Meine liebsten Kaffeehäuser in Bhutan

Von Ulrike Čokl

Als Österreicherin mag ich die Wiener “Kaffeehauskultur”, wo man Stunden oder gar einen ganzen Tag lang im Kaffeehaus beim Kaffee Trinken, Snacken, Buch Lesen, Gedanken Spielen und Arbeiten verbringen kann.

Als das erste Café in Bhutans Hauptstadt Thimphu eröffnet wurde, war ich begeistert. Endlich eine Auszeit vom Instant-Kaffee, den ich persönlich einfach nicht ausstehen kann. Endlich kam ich in den Genuss eines frischen Espresso und Cappuccino und hatte dazu noch eine tolle Auswahl an Snacks von Sandwiches, Burgern bis hin zu Fritten. Das war schon mal ein guter Anfang. Auch wenn du zuhause kein Fast Food isst, wenn du mal Jahre in Bhutan verbracht hast, freust du dich immens über einen Burger. Die Eröffnung des ersten Cafés liegt mittlerweile 10 Jahre zurück. Zwischenzeitlich sind Kaffeehäuser wie Schwammerl aus dem Boden geschossen, nicht nur in Thimphu, auch in anderen Regionen Bhutans. Karma’s Coffee– das erste Café – ist bis heute ein toller Ort, aber als Nichtraucherin, finde ich es weniger toll, dass ich auf dem Weg zur Toilette durch einen Raum voller Raucher muss. Trotzdem, der Platz ist bis heute ein Garant für guten Kaffee und mehr.

Als  Coffee Culture in Thimphu am Changlam Square seine Tore geöffnet hat, wurde ich dort zum Stammgast. Es hat einen Sitzbereich im Freien, was besonders im Sommer sehr angenehm ist. Und ich bin ihren Nachspeisen absolut verfallen – besonders das Tiramisu und die Käsetorte sind ein Wahnsinn. Besonders sind auch die „Ema Datshi Momos“ (gefüllte Teigtaschen mit Chili und Käse).

Im Coffee Culture kannst du auch eine Ema Datshi Pizza essen.

Relativ neu ist das Brusnika Café in Lanjopakha, in der Nähe des Ludrong Memorial Garden. Die Besitzer sind ein nettes russisch-bhutanisches Pärchen mit drei liebenswürdigen Töchtern, die zwischen Europa und Bhutan pendeln. Dort bekommst du alles was dein Herz begehrt – vom Grillhähnchen (fantastisch!) bis hin zu unzähligen hausgemachten Kuchen und Brotsorten (Baguette!). Die Lage des Cafés ist wunderbar und bietet einen schönen Blick auf Thimphu Dzong, das Parlament und den öffentlichen Garten. Zu besonderen Anlässen gibt es im Winter sogar Glühwein! Brusnika ist mein absoluter Lieblingsplatz in Thimphu.

Die netten Besitzer des Brusnika Café

Auch erwähnenswert ist das Café Ambient am Norzin Lam in der Stadt. Auch dessen Besitzer sind wirklich nette Menschen, die AussteigerInnen aus dem Drogenmilieu drin unterstützt in dem sie sie in ihrem Café trainiert. Sie haben eine strenge Nichtraucherpolitik und verkaufen auf keinen Alkohol. Besonders unter „Chilips“ (Ausländer, die Touristen oder Expats sind) ist der Platz sehr beliebt. Der Kaffee ist exzellent und das Gebäck sehr schmackhaft. Es gibt nicht-traditionelles Essen, inklusive vegetarischer und veganer Speisen. Außerdem bietet das Café Wi-Fi.

Das Ambient Café in Thimphu

In Thimphu gibt es inzwischen wirklich eine große Auswahl an Cafés. Was ist aber mit anderen Gegenden in West- und Zentralbhutan?

In Paro bin ich eine loyale Kundin im Brioche Café. Die Besitzerin, Rupa Tamang, ist eine fleißige Frau und Konditorin im Aman Resort. Heiße Schokolade, Kaffee, Tee und alle möglichen Torten und Kuchen verwöhnen all jene, die es gerne süß mögen. Ich empfehle das Café besonders am Ende einer Reise durch Bhutan, weil man sich dann meist auf Süßes und Cremiges besonders freut.

Süße Leckereien im Brioche Café

Am Thimphu-Paro Highway sollte man unbedingt im Your Café stoppen. Das alte Lehmhaus wurde liebevoll restauriert und ist typisch für die Region. Das Café gehört zur Neyphug Heritage Foundation und ist rein vegetarisch. Die Einnahmen gehen zur Gänze in das Neyphug Kloster zur Unterstützung der Mönche. Der Platz ist toll für Familien mit kleinen Kindern und es gibt sogar einen Meditationsraum.

Im Your Café

 

In Bumthang mag ich das Café Perk. Schon vor haben, als ich meine Feldforschung in Bumthang betrieben habe, war ich gerne dort zu Gast. Du bekommst wirklich guten Kaffee und die Snacks (lecker Pizza, Sandwiches, Spaghetti und Pommes, als auch Salate) sind ein Traum. Wenn du am Fenster sitzt, kannst du nebenbei das Treiben in der Hauptstraße in Jakar Town beobachten. Die Besitzerin ist eine nette junge Frau, die fließend englisch spricht. Years ago, during my days in the field in Bumthang, it was with great pleasure that I welcomed the opening of this place in Jakar town.

Apfel-Mandel-Tarte im Café Perks

Zu guter Letzt gibt es auch ein recht neues Café in Jakar Town, das Tea House Café, das ich jedoch noch nicht persönlich kenne, aber sehr gut sein soll. Wenn du den Platz besuchst, gib mir doch Bescheid, wie er dir gefallen hat.

 

 

 

 




Ullis Liste, der 10 Dinge, die man in Bhutan gesehen und gemacht haben sollte

Von Ulrike Čokl

Originaltext auf englisch von Ulrike Čokl / Übersetzt von Daniela Luschin-Wangail
Ulli hat alles in allem mehrere Jahre in Bhutan gelebt. Sie hat dort als Ethnologin über traditionelle Praktiken der Gastfreundschaft geforscht. Daher ist sie eine Expertin für das Leben in dörflichen Strukturen in ganz Bhutan. Mit und für Gesar Travel arbeitet sie individuelle und spezielle Reiseprogramme aus, in denen ganz besondere Einblicke in die reiche Kultur Bhutans gewährt werden.

Es ist nicht einfach für mich nur 10 Plätze und Attraktionen in Bhutan zu nennen, die es unbedingt wert sind besucht zu werden, nachdem ich so viel Zeit in den letzten 18 Jahren dort verbracht habe. Trotzdem werde ich versuchen meine lange Liste der Dinge, Plätze und Aktivitäten, die ich liebe, für Menschen, die das Himalaya-Königreich noch nicht kennen zu kürzen. 

 

1 Taktsang Gonpa

Das Tigernestkloster

Es führt kein Weg an ihm vorbei. Das Tigernestkloster ist zweifellos eine der bekanntesten Attraktionen des Königreichs und für die meisten BesucherInnen einfach nicht möglich es auszulassen. Ich war so glücklich Taktsang mehrfach besucht haben zu können, bevor es zum Touristenhotspot Nummer eins wurde. Nichtsdestotrotz ist der erste Anblick beim Aufstieg auf das Taktsang Koster bis heute für mich jedes Mal ein besonderes Erlebnis. Ich empfehle allen möglichts früh am Morgen auf das Kloster zu gehen. Vielleicht bereits um 6 Uhr morgens oder gar früher. Auf diese Weise kannst du den Platz so erleben wie er angedacht war: ein abgelegener Rückzugsort zur friedvollen und ruhigen Kontemplation und Meditation.


 

2 Dzongs – Festungen mit Geschichte

Punakha Dzong

Ich liebe die Dzongs Bhutans, da sie wahre architektonische Kunstwerke sind und sich wunderbar in ihre Umgebung einbetten. Sie wurden in der Vergangenheit ohne den Einsatz von Metallnägeln, nur mit Holz, Stein und Lehm gebaut. In jedem der 20 Bezirke steht ein Dzong, einige sehr alt, einige etwas neuer. Wenn ich Paro anfliege und dabei den ersten Blick auf Rinpung Dzong werfe, werde ich jedes Mal sentimental. Wangdue Phodrang Dzong war mein liebste Dzong, ist allerdings vor einigen Jahren niedergebrannt. Es war ein sehr authentisches Beispiel für diese Festungen und wird derzeit renoviert. Jedoch auch das Punakha Dzong ist sehr eindrucksvoll und lädt gleichzeitig zu Spaziergängen in der Umgebung ein, bspw. indem man die längste Hängebrücke quert und Homestays inmitten der Felder und am Fluß besucht. Jakar Dzong in Bumthang, als auch Lhuentse Dzong und Trashigang Dzong im East sind ebenfalls beeindruckend und einen Besuch wert.


 

3 Wanderung auf einen Bergpass

Foto: Marina Beck Photography

Wenn du auch keine Zeit für einen richtigen Trek hast, gibt es trotzdem einige Möglichkeiten hinauf auf einen Pass zu wandern, um die Bergriesen des Himalaya zu bewundern.  Die meisten Bhutaner gluaben, dass die Gipfel Wohnorte von Schutzgottheiten, den kyelha sind. Wanderungen auf Pässe können ein paar Stunden bis zu einem ganzen Tag dauern. Meistens sind die Pässe mit chorten (buddhistischen Schreinen) versehen und mit Gebetsfahnen dekoriert. Daneben finden sich Steinhaufe, sogenannte latshe, wo man den Göttern Opfergaben in Form einer Blume, eines Blattes oder Zweigs hinterlassen kann. Wenn Bhutaner auf einen Pass kommen, rufen sie laut “lha gyelo” (“die siegreichen Götter” oder “mögen das Gute über das Böse siegen”),  und schenken den lokalen Gottheiten ein paar Tropfen aus ihrer Tasse ara (alkoholisches Getränk) bevor sie selbst davon trinken. Auf dem Weg zu einem Pass begegnest du vielleicht Kuhhirten, meist den Älteren eines Dorfhaushalts, die den Auftrag bekommen nach dem Vieh zu sehen. Mit etwas Glück wirst du von ihnen auf eine Tasse Tee oder zu Snacks in ihren temporären Hütten eingeladen. 


 

4 Zeit bei Einheimischen verbringen

Ein bhutanisches Sprichwort besagt: “Der Gast einer Nacht ist wie ein Gott.” Ich bin davon überzeugt, dass jemand, der nicht ein wenig Zeit in einem einfachen bhutanischen Bauernhaus verbracht hat, Bhutan nicht wirklich erlebt hat. Die Gastfreundschaft einer bhutanischen Familie zu erleben ist ein einmaliges Erlebnis. Darüberhinaus ist das Essen in Homestays so viel besser als in Hotels oder Gästehäusern. Du kannst die nangi aum (Frau des Hauses) dabei beobachten, wie sie ihren alltäglichen Routinen nachgeht und selbst ein wenig mit Hand anlegen. Oder du kannst im Altarraum, dem choesham, meditieren und dir das Haus und die Umgebung näher ansehen. Ich rate dir in einem echten Farmstay zu nächtigen und nicht einem, der primär für Touristen ausgezogen wurde. Es gibt viele authentische Häuser, die hie und da Gäste aus dem fernen Ausland aufnehmen und so der Tradition bhutanischer Gastfreundschaft treu bleiben.


 

5 Ein Dorffest

Maskentänze sind großartig, besonders in den Dzongs, wo sie jährlich den Sieg des Guten über das Böse zelebrieren. In Tänzen wird die Geschichte des Buddhismus nachgespielt, wie berühmte Lamas und Heilige in längst vergangenen Zeiten Dämonen und böse Wesen unterworfen haben. Persönlich mag ich kleine Dorffeste lieber, wo man eine Vorstellung davon bekommt, wie solche Veranstaltungen die Gemeinschaft miteinbezieht und die menschlichen Beziehungen im Alltag beeinflussen. Oft ist es schwer den Besuch eines solchen Fests im Vorhinein zu planen, da die Dorfbewohner die Termine oft erst sehr kurzfristig fixieren.

Ein Insidertip: Reise nach Ost-Bhutan in den Wintermonaten (Dezember, Jänner und Feburar) und die Chancen da und dort ein Dorffest mitzuerleben sind wirklich hoch. Du könntest dort sogar einer der resten Touristen sein, die mit dabei gewesen sind.


 

6 Trekking in Bhutan

Foto: Marina Beck Photography

Es bedarf nicht großer Worte: Trekking in Bhutan ist einfach großartig. Die Trekkingrouten sind einzigartig und nicht überlaufen. Auf alten Pfaden wandert man durch Rhododendron- und Koniferenwälder, vorbei an Wacholderbüschen und Bambuswäldern, man passiert chortens, mani Mauern und kleine gonpas (Klöster/Tempel). Auf einigen Trekkingrouten triffst du auf Yak-Hirten, deren Tiere auf Kräuterweiden grasen. Triff auf Dorfbewohner entfernter Täler, wie die Layaps beim Lingshi-Laya-Gasa oder Jomolhari Trek, und trink eine Tasse ara oder Tee mit ihnen. Sowohl Flora als auch Fauna sind atemberaubend und du wirst bestimmt Blauschafe und Wild sehen. Es sei erwähnt, dass dein Gepäck in Bhutan von Mulis und nicht von Trägern getragen wird. Und man schläft üblicherweise im Zelt.


 

7 Kunsthandwerk-Workshop

Foto: Marina Beck Photography

Wenn du Zeit hast und an den richtigen Plätzen bist, nimm unbedingt an einem Workshop zum Erlernen eines Kunsthandwerks teil, wie bspw. Bambusflechten, Weben in Zentral- oder Ostbhutan, oder Thangka-Malen im Westen. Es ist ein wunderbarer Weg mehr über die lokalen Traditionen der Bhutaner zu erfahren. Gleichzeitig bekommst du hautnah mit, wie aufwändig die Herstellung eines Kunsthandwerks sein kann. Die Ernte und das Sammeln von wildem oder kultiviertem Rohmaterialien und die spätere Verarbeitung sind oft zeitaufwändige und anstrengende Tätigkeiten.

Darüberhinaus unterstützt du durch die Teilnahme an lokalen Workshops die Künstler direkt. Damit hast du gleich doppelten Nutzen: Du lernst etwas über die Kultur des Landes und unterstützt den Fortbestand eines wertvollen Kulturguts.


 

8 Zhemgang

Foto: Marina Beck Photography

Ich liebe Zhemgang. Es ist abgelegen, kaum besucht und liegt im subtropischen Teil des Süden Bhutans und bietet die Möglichkeit den Royal Manal Nationapark zu besuchen. Hier gibt es eine Fülle an Vogelarten, von denen selbst ich mit meiner Handykamera recht gute Fotos schießen kann – bspw. vom Nashornvogel. Die Einheimischen sind liebenswürdig, etwas zurückhaltend, aber sehr gastfreundlich und lustig sobald das Eis gebrochen ist. Die meisten Häuser sind noch sehr traditionell, aus Bambus und auf Stelzen. Wenn du abenteuerlich und nicht sehr wählerisch was die Unterkünfte angeht, dann ist Zhemgang auch für dich ein perfekter Platz zum Entdecken. Besuche Bauern, mach eine Vogelsafari oder geh auf Raftingtour. Genieß die lokale Küche und besuch die Bambusweb-Gemeinschaft in Bjoka.


 

9 Ost-Bhutan

Foto: Marina Beck Photography

Der Osten ist großartig für jene, die weniger touristische Plätze entdecken wollen und tiefer in die lokale Kultur eintauchen wollen. Die Täler sind teilweise tief eingeschnitten und Reisfelder in Terrassen angelegt. Das Klima ist verhältnismäßig mild, da es niedriger liegt. Bananen und Früchte wachsen das ganze Jahr über. Im Winter sind es vor allem die Orangen, die das Land mit orangenen Punkten übersäen. Es gibt viel zu entdecken, besonders in Trashiyangtse, Trashigang und Lhuentse. Du kannst die Lingkhar Lodge als dein Basislager nutzen und die umliegenden Dörfer erkunden. Oder nächtige auch mal bei Bauern und genieße ihre Gastfreundschaft. Im Frühling und Herbst solltest du die Brokpa in Merak und Sakteng besuchen, und im Winter die Schwarzhalskranische im Bumdeling Wildlife Sanctuary beobachten. Es gibt noch immer sehr viele Plätze in Bhutan, die kaum bekannt sind. Wenn du gerne ein Pionier bist, dann genießt du es vielleicht auch, wenn wir dich als „Versuchskaninchen“ in Regionen schicken, wo bislang kaum noch andere Touristen waren. 


 

10 Essen – Picknicken und Kochkurse

Ich mag Chilli und Käse (=ema datshi), aber die bhutanische Küche hat so viel mehr zu bieten. Also lassen wir das Nationalgericht ema datshi mal außer Acht; wenn du zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist, kannst du die Früchte des Landes, frisch von den Feldern, aus den Wäldern genießen: Pilze und Kräuter, hausgemachtes Brot aus Buchweizen, Weizenrollen gefüllt mit Knoblauchblättern, Käse und Chilli; Gemüse aus dem Garten und so traditionelle Gerichte wie „Reispizza“, roter Reis und gebratener Farn …  Doch die bhutanische Küche ist nicht rein vegetarisch. Bhutaner lieben sikam (getrocknetes Schweinefleisch), getrocknetes Yak-Fleisch und Rind; Rindsknochensuppe und Brathuhn. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die momos (gefülle Teigtaschen) mit diversen Füllungen. Bumthang gilt als kulinarischer Hotspot, aber auch Plätze wie Zhemgang und Ostbhutan etwas abseits der gängigen Touren hat viel für den hungrigen Magen zu bieten.


 

Einige abschließende Worte für Bhutan-Reisende

Meine Liste der Highlights in Bhutan kann niemals vollständig sein. Einige Aspekte möchte ich zusätzlich erwähnen: Gesar Travel kann spezielle Touren organisieren, bei denen du während deiner Reise einen bestimmten Fokus wählen kannst. Dies kann alles von abgelegenen Dorfbesuchen und Bauernhöfen über Textilien, Pilgerfahrten, Vogelbeobachtung oder traditionelle Medizin, Sowa Rigpa, sein. Lass uns wissen, was dich am meisten interessiert. Vorträge und Führungen mit Experten können arrangiert werden. Zwar können für zusätzliche Aktivitäten zusätzliche Gebühren anfallen, aber so unterstützt du auch lokale Spezialisten und Gemeinden direkt und unbürokratisch.

 

Abseits der ausgetretenen Pfade

In Bhutan gibt es noch so viel zu entdecken. Daher ist es immer gut, auf der Reise offen und flexibel zu bleiben. Es kann mühsam sein, über unbefestigte Straßen zu fahren, um oftmals sehr abgelegene Dörfer zu erreichen. Am Ende stößt du dabei jedoch auf interessante Aktivitäten wie Baumwollanbau und Baumwollweberei in Chimoong, Pemagatshel. Manchmal sind aufgrund von unvorhersehbaren Umständen Ad-hoc-Änderungen erforderlich, aber du kannst dies ruhig als Teil einer authentischen bhutanischen Erfahrung betrachten!

 

Mein Insidertipp

Zu guter Letzt möchte ich dir einen Geheimtipp mit auf den Weg geben: Die Monpa-Gemeinden in Trongsa entlang des Nabji-Korphu-Treks verfügen über ein unglaublich reiches lokales Wissen über Heilpflanzen und Lebensmittel aus dem Wald! Von Blättern bis Wurzeln ist die Auswahl groß. Während die Gäste normalerweise auf ausgewiesenen Campingplätzen übernachten, bringen wir dich in die Häuser der Monpa-Gemeinden! Sie gelten als die Ureinwohner Bhutans mit ihrer eigenen Sprache und ihren eigenen Bräuchen. Zusammen mit einem Monpa-Guide erhälst du so Einblicke in das reiche ethnobotanische Wissen dieser interessanten Menschen und unterstützst sie dabei, ihr lokales Wissen und ihre Kultur zu erhalten.




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Gut zu schlafen ist extrem wertvoll für Gesundheit und Wohlbefinden. Aber vielen Menschen fällt das gar nicht einfach. Sie schlafen schwer ein, wachen oft auf und/oder zu früh auf und können nicht mehr einschlafen. Die Folgen sind Abgeschlagenheit, fehlende Energie, Zermürbtheit und langfristig leidet man auch gesundheitlich.

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10 Tipps nach Ayurveda für einen besseren Schlaf

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1 Regelmäßiger Tagesablauf

Ein schwieriges Thema für viele. Flexibilität und Spontaneität sind vielen Menschen wichtig. Manchmal aber machen es unregelmäßige Arbeitszeiten einem auch schwer einen regelmäßigen Tagesablauf zu führen. Jedenfalls fällt es der inneren Uhr schwer sich einem unregelmäßigen Tagesablauf anzupassen, bei dem man mal um 6 Uhr früh aufsteht, dann wieder bis 12 Uhr mittags schläft. Versuch deinen Ablauf so regelmäßig wie möglich zu halten.

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2 Relativ früh ins Bett

Laut Ayurveda hat der Körper eine ganz eigene Uhr, die sich an den Doshas (Lebensprinzipien/-energien: Kapha, Pitta, Vata) orientieren. Dh es gibt Zeiten, in denen der Körper und Geist aktiver, müder, kreativer, produktiver usw ist. Es gibt auch Zeiten, in denen es besser ist zu schlafen und aufzustehen. Um 18 Uhr beginnt die Kapha-Zeit, die unsere Geschwindigkeit etwas drosselt. Wir sollten nun einen Gang zurücklegen, langsamer werden. Um 22 Uhr beginnt dann die Pitta-Zeit, die wieder aktiver und produktiver ist. Wenn wir nicht bis 22 Uhr schlafen, fällt es uns oft schwerer einzuschlafen, weil das energiereichere Pitta wieder stärker wird. In der nächtlichen Pitta-Zeit (bis 2 Uhr morgens) wäre es aber besonders wichtig zu schlafen, da sich in dieser Zeit unser Körper am besten regeneriert! Die beste Aufstehzeit ist dann zwischen 2 und 6 Uhr morgens, wenn das Vata sein Hoch hat. Die meisten Menschen mit Schlafstörungen haben auch die größten Probleme zwischen 2 und 6 Uhr morgens.

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3 Nichts Schweres vor dem Schlafengehen essen

Verzichte auf schwere und späte Mahlzeiten. Noch eine Pizza vor dem Fernseher ist so ziemlich das Schlechteste, das du machen kannst, um dich auf einen guten Nachtschlaf vorzubereiten. Vermeide: Joghurt, Käse, Wurst, Fettes und Rohes am Abend! Besser sind wärmende und leicht zur verdauende Speisen wie Gemüsesuppen. Und lass idealerweise 3-4 Stunden zwischen letztem Essen und dem Schaf vergehen.

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4 Bereite deinen Geist vor

Auch der Geist spielt eine große Rolle beim Einschlafen. Der muss gerade nach einem hektischen Alltag zur Ruhe kommen. Am Abend schwirren viele Gedanken des Tages in uns herum und wir versuchen ihnen durch verschiedene Tätigkeiten zu entkommen. Sich vor den Fernseher zu setzen und sich einen Krimi oder eine aufwühlende Doku anzusehen, ist jedoch wenig hilfreich. Auch wenn du glaubst, dass dir das nicht zusetzt, es macht es dir schwerer dich auf einen guten Schlaf vorzubereiten. Auch ein Buch mit „schwerem“ Inhalt ist nicht unbedingt zu empfehlen. Besser sind folgende Aktivitäten: ein angenehmes Bad, eine Fußmassage mit warmen Öl, Meditation oder entspannende Musik.

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5 Gleiche dein Vata aus

Menschen mit Schlafstörungen haben meist eine Vata-Störung – besonders Durchschlafstörungen! Dh das Wind/Äther-Element ist in ihnen zu hoch. Das lässt sie nicht richtig zur Ruhe kommen und treibt sie besonders zwischen 2 und 6 Uhr morgens aus dem Bett. Wichtig ist es daher dieses Ungleichgewicht in Ordnung zu bringen. Die richtige Ernährung hilft: warmes, süßes, nährendes Essen. Menschen mit Vata-Störungen sollten auch nicht fasten, sollten viel Flüssigkeit (am besten in Form von wärmenden Tees) zu sich nehmen. Und ganz wichtig liebe Vata-Menschen, weil es euch besonders schwer fällt: Regelmäßigkeit im Alltag und rechtzeitig ins Bett!

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6 Computer & Handy aus

Gerade am Abend spielt man noch gerne etwas am Handy oder Computer rum, surft im Netz, auf sozialen Seiten … aber genau das ist kontraproduktiv. Das wühlt auf, entspannt nicht und das Licht der Bildschirme gaukelt Tageslicht vor. Generell gilt: Dämme die Lichter und bereite dich auch visuell auf das Ende des Tages vor!

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7 Tagschlaf lassen!

Der Tagschlaf ist nach Ayurveda nicht wirklich gut und bringt unsere innere Uhr durcheinander. Lass den Tagschlaf und schlafe lieber in der Nacht! Wenn du tagsüber müde oder schlapp bist, ruh dich aus, indem du dich hinsetzt oder einen gemütlichen Spaziergang machst.

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8 Aktivitäten am Tag

Powere dich am Tag und nicht am Abend aus! Wenn es dir möglich ist, wäre es ideal Sport und körperliche Aktivitäten zwischen frühen Morgen und 18 Uhr zu legen. Generell gilt: Wer sich körperlich betätigt, dem fällt auch das Schlafen eher einfacher. Du musst nicht täglich einen Halbmarathon laufen, könntest aber jeden Tag einfach etwas machen, das deinen Puls etwas steigert!

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9 Milch vor dem Schlafengehen

Auch wenn die Kuhmilch im Westen grad nicht hoch im Kurs steht – im Ayurveda gilt sie als gute Einschlafhife. Besonders wenn man noch etwas Zimt, Honig und/oder Muskat dazu gibt. Aber keine kalte Milch aus dem Kühlschrank – nein, gekocht und schön warm soll sie sein. Wie es Oma schon immer geraten hat! Wichtig auch: Die Milch verträgt sich mit vielen Nahrungsmitteln nicht, daher unbedingt zwischen Abendmahlzeit mit unverträglichen Lebensmitteln und der Schlafmilch etwas Zeit vergehen lassen (welche Lebensmittel sich nicht mit Milch vertragen, kannst du hier nachlesen: Link)

Ein besonderer Geheimtipp ist die Badam-Milch: 1 Tasse Milch mit 1 TL Mandelmus, 1-2 Msp. Muskatnusspulver, 3 Kardamomkapseln und 1/2 TL Palmzucker kochen. Anschließend 1 TL Ghee hinzufügen. Die warme Milch 1 Stunde vor dem Schlafengehen trinken.

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10 Kräuter für einen besseren Schlaf

Eines der besten Mittelchen im Ayurveda für einen besseren Schlaf ist Ashwagandha. Auf deutsch heisst sie Schlafbeere – woran zweifelst du also noch? Ashwagandha kannst du als Kapseln oder Pulver in Ayurveda-Läden, spezialisierten Apotheken und online kaufen. Andere Kräuter, die beim Ein- und Durchschlafen helfen: Muskat, Kamille,  Melisse, Hopfen, Passionsblume, Johanniskraut, Helmkraut oder Eisenkraut.

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Extra: Yoga zum Einschlafen

Es gibt auch zahlreiche entspannende Yoga-Übungen, die abends körperliche und geistige Anspannung abbauen wie bspw. der Mondgruß. Probiere es aus. Yoga hilft – nachweislich. Gute Nacht.

 

 

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villageMehr Ayurveda?

Wenn du dir mal ganz viel Ayurveda gönnen willst, können wir dir einen Aufenthalt in Südindien in einem unserer Ayurveda-Resorts sehr ans Herzen legen! Da lernst du viel über dich und deine Konstitution, darüber was dir gut und was dir nicht so gut tut! Als Einstieg in das ayurvedische Leben oder als nächsten logischen Schritt: Zu den Resorts





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Viele Menschen scheuen Reisen nach Ladakh (und in andere Regionen des Himalaya), weil sie Angst vor der großen Höhe haben. Und ja, Ladakh liegt nur an ganz wenigen Plätzen unter 3.000 Höhenmetern. Da kann einem schon mal die Luft wegbleiben. Doch mit ein paar Tipps reisen Große und Kleine in den allermeisten Fällen auch in großen Höhen recht sicher und die Höhenanpassung klappt.

Höhenanpassung (c) Barbara Esser

Wer in Ladakh gut akklimatisiert ist, schafft es auch auf über 6.000m (c) Barbara Esser

Eines mal vorweg: Von den mehreren Tausend Gästen, die wir bislang in Ladakh begrüßen durften, mussten höhenbedingt gerade mal um die 10 Personen Ladakh verlassen. Dh, da bewegen wir uns im Promillebereich. Höhenanpassungsschwierigkeiten dahingegen haben schon mehrere Menschen, doch die lassen sich auch mit etwas Geduld und Rücksicht auf sich selbst ausräumen.

Die Höhenanpassung beginnt im Kopf

Wir wollen die Höhenkrankheit nicht negieren, doch durften wir in den über zehn Jahren Felderfahrung miterleben, dass meistens die Personen Schwierigkeiten mit der Höhenanpassung haben, die sich schon im Vorfeld sehr gesorgt haben. Folglich gehen wir davon aus, dass eine positive Herangehensweise und die vielleicht naive Meinung „Wird schon alles gut gehen“ erfolgreicher sind als das sich Kopfzerbrechen und Sorgen. Damit meinen wir aber nicht eine völlige Gleichgültigkeit. Denn die hat meistens auch ihre Folgen. Eine ausgewogene Mitte zwischen positivem Denken und Respekt vor der Höhe finden, das sollte das Ziel sein.

Höhenanpassung

Wer die ersten Tage ruhig angeht, kann schon bald lostrekken.

Sich an einfache Regeln halten

Es gibt einige simple Regeln, an die man sich halten sollte, wenn man auf großer Höhe (wie bspw. in Leh auf 3.500m) ankommt. Das fängt schon mal mit Ruhe & Entspannung besonders für den ersten Tag an. Und man glaubt kaum, wie viele Menschen inzwischen Schwierigkeiten haben, einfach mal einen Tag nichts zu tun. Da juckt es viele in den Beinen, sie wollen laufen und erkunden. Immerhin sind sie ja nicht zum Nichtstun gekommen. Wenn es einem gut geht, muss man ja auch nicht permanent im Bett liegen, man darf ja auch spazieren gehen, sollte nur nicht gleich Berge besteigen. Auf sich und seinen Körper hören und schon erkennt man, was einem gut tut.

Was noch wichtig ist, sind viel Flüssigkeit und Sauerstoff. Dh viel trinken (Alkohol ist ausgenommen – davon sollte am Anfang etwas Abstand gehalten werden) und raus in die frische Luft, im Hotel-/Gästehausgarten sitzen und atmen. Beim Schlafen etwas erhöht liegen und das Fenster aufmachen (wenn es die Lautstärke erlaubt).

Du kannst Dir unsere Tipps zur Höhenanpassung auch hier als PDF runterladen: PDF

Wehleidig sein

„Wie geht es Dir?“ Auf diese Frage antworten die meisten automatisch mit „Danke, gut!“, auch wenn es einem nicht so gut geht. Man will nicht wehleidig sein und auch nicht zur Last fallen. Aber genau das sollte man in Ladakh sein. Wehwehchen mitteilen bevor sie wirklich zu Schmerzen werden. Gerade wenn du in einer organisierten Tour unterwegs bist, fragt dein Guide dich nicht nur der Höflichkeit halber nach deiner Befindlichkeit, sondern weil er wissen will, wie es dir in der Höhe geht. Er ist es auch, der dir dann wertvolle Tipps geben und nötigfalls einen Arzt bringen kann.

Im Übrigen sind die Ärzte in Ladakh gerade was die Höhe angeht recht erfahren, dh da kann schon ganz gut geholfen werden, wenn es einem mal nicht so gut geht.

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Auch Kinder können nach Ladakh. Unser 8jähriger Sohn auf 4.500m.

Mit Kindern nach Ladakh?

Auch wenn sich Fernreisen mit Kindern zunehmender Beliebtheit freuen, ist man bei Reisen in größere Höhen noch etwas zurückhaltend. Das ist auch verständlich, möchte man seinen Kindern möglichst wenig Probleme bereiten. Unserer Erfahrung nach aber ist die Sorge wenig berechtigt, denn Kinder vertragen die Höhe meist besser als Erwachsene. Wir glauben, dass sich der kindliche Körper leichter als der erwachsene an die Höhe anpasst.

Ausnahme sind Pubertierende: Es ist uns aufgefallen, dass Teenager häufiger eine etwas rumpeligere Anpassung als Erwachsene oder Kinder haben. Warum können wir wissenschaftlich allerdings nicht erklären. Das heißt aber nicht, dass alle Jugendliche Schwierigkeiten haben und es heißt auch nicht, dass sie sich bei entsprechenden Maßnahmen nicht anpassen könnten. Wir haben jedes Jahr junge Menschen, die erfolgreich in großen Höhen (auf über 5.500m) trekken waren oder gar einen oder mehrere 6.000er bestiegen haben.

Die richtige Vorbereitung

Immer wieder fragen uns Ladakh-Reisende, wie sie sich denn auf die Höhe schon vor der Abreise vorbereiten können. Hier ein paar Tipps:

  1. Fit & gesund sein. Wichtig ist immer, dass man schaut, dass man körperlich gesund und fit ist. Das gilt besonders für Menschen, die in Ladakh trekken oder gar bergsteigen wollen. Wer mit Herz- oder Lungenleiden eine Reise in große Höhen unternehmen will, sollte vorab in jedem Fall mit einem Arzt sprechen!
    Wer mit einem kleinen Schnupfen oder anderen nicht auskurierten Leiden nach Ladakh kommt, tut sich meist sehr schwer mit der Höhenanpassung. Wir mussten schon oft erleben, dass Leute, die vor der Abreise eigentlich nur etwas verkühlt waren, dann eine schlimme Grippe in Ladakh hatten.
  2. Rauf in die Berge. Wer es zeitlich schafft, sollte unbedingt zu Hause möglichst viel an Höhe gewinnen. Das ist in Österreich natürlich leichter, als wenn man in Norddeutschland lebt. Ganz leicht tun sich Menschen, die im Vorfeld immer wieder auf über 2.500m unterwegs waren oder gar in sehr hochgelegenen Hütten geschlafen haben. Das bringt allerdings nur etwas, wenn man das wirklich knapp vor der Abreise macht!
  3. In die Druckkammer. Einige wenige unserer Gäste waren vor der Abreise sogar in einer Druckkammer. Die gibt es inzwischen in vielen größeren Städten. Früher wurden die vor allem von Spitzensportlern genutzt. Inzwischen machen das auch einige Himalaya-Reisende zur Vorbereitung. Allerdings ist das Hypoxie-Training relativ kostspielig. Auch hier gilt: je knapper vor der Abreise, desto besser. (Einfach „Hypoxie-Training“ mit bspw. „Wien“ googeln, da findet man Institute, die das anbieten)

Über Land oder im Flugzeug nach Leh?
Immer wieder lesen oder hören wir, dass die Landanreise über Manali zur besseren Höhenakklimatisierung angeraten wird. Aber das halten wir für eine brutale Rosskur. Immerhin überwindet man auf dieser Reise mehrere 5.000er-Pässe und in vielen Fällen wird auch auf über 4.000m genächtigt. Viele, die so anreisen, sind während der Anreise und dann auch noch in Leh für einige Zeit krank. Danach geht es ihnen zwar gut, aber war es das wirklich wert? Wir empfehlen die Anreise per Flugzeug, einige ruhige Tage in/um Leh und – wer will – über den Landweg retour. So kann man die Fahrt & die Landschaft auch wirklich genießen.