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Wer in der Hochgebirgswüste Ladakh im Himalaya eine mehrtägige Trekkingtour im Alleingang plant, sollte dabei einiges beachten. Das beginnt bei der Auswahl des Kartenmaterials, den Tücken im Austausch mit Einheimischen und reicht hin bis zu Verhandlungen mit Pferdemännern. Eine logistische Herausforderung eben. Die gut geplant werden will.

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Trekking in Ladakh

Trekking in Ladakh muss gut geplant sein. Foto: Martina Scherer / Simon Kraus

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Trekking in Ladakh

Darauf musst du achten, wenn du OHNE Support unterwegs sein willst

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1 Gutes Kartenmaterial ist rar

Es gibt zig Karten zu Ladakh (zumindest in Ladakh selbst) – doch nur die wenigsten taugen wirklich als Orientierungshilfe am Trek. Halbwegs gut sind noch die Karten des Verlags Olizane, die jedoch ihre Fehler haben – Ortschaften, Berge, Flussläufe sind falsch eingezeichnet, dh ganz 100% darf man sich da nicht drauf verlassen, aber im Großen und Ganzen kann man ganz gut damit umgehen.

Die Karten sind dreiteilig und recht detailiert, was zur Orientierung von Vorteil ist, allerdings unterwegs etwas umständlich, da man immer wieder zwischen den Karten und vorne und hinten wechseln muss.

 

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Ladakh Nord

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Ladakh Center

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Ladakh Süd

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2 Selbst tragen oder Tragtiere?

Alles selbst zu tragen ist für sehr trainierte und gut konditierte Menschen vielleicht kein Problem, aber für die meisten ist das gerade in großen Höhen kein einfaches Unterfangen. Du wirst nur selten unter 3.500m wandern und oft bis auf über 5.000m kommen. Das ist schon ein Unterschied zu mehrtägigen Wanderungen in den Alpen, wo man in nicht ganz so dünner Luft unterwegs ist. Packtiere können da durchaus eine Unterstützung sein.

 

Pferde Ladakh

Pferde zum Transport seines Gepäcks zu bekommen, ist sicher von Vorteil, aber nicht immer ein einfaches Unterfangen.

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3 Verhandlungen mit Pferdemännern sind kompliziert

Weil sich Angebot und Nachfrage gegenseitig bedingen, ist es gerade in der Hochsaison – Juli und August – oft sehr schwer Pferde (oder selbst Esel) zu bekommen. Viele Pferdemänner gehen in dieser Zeit nicht unter einem Minimum von 4 Pferden, da sie ja pro Pferd bezahlt werden und nicht für sich selbst ein Fixum pro Tag bekommen. Wenn einer wirklich mit nur einem oder zwei Pferden geht, wird er den Preis pro Pferd entsprechend erhöhen. Der Preis ist pro Pferd pro Trekkingtag und zusätzlich werden sogenannte Rückkehrtagen (für den Ponymann mit den Tieren) eingerechnet, die zu bezahlen sind. Wie hoch der Preis pro Perd und Tag ist, ist schwierig zu sagen, da dies a) vom eigenen Verhandlungsgeschick und dem des Ponymannes und b) der Gesamtanzahl der Pferde abhängt. Esel sind günstiger, allerdings ziemlich störrisch und können auch unterwegs einige Probleme bereiten. Darüber hinaus gibt es immer weniger Pferdemänner, da ihre Arbeit aufgrund des fortschreitenden Straßenbaus auch immer weniger benötigt werden (besonders vom Militär, die sie sonst ganzjährig gebraucht haben) und sie somit kaum noch genügend Geld bringt. Übrigens: Die Ponymänner sind nicht gierig oder Halsabschneider, weil sie in der Hochsaison nur mit einer Mindestanzahl von Tieren gehen wollen. Die Saison ist extrem kurz und die Männer versuchen in dieser knappen Zeit genügend Geld für die Familie zu verdienen! Das bitte immer mitbedenken.

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4 Zeit für die Vorbereitungen einplanen

Wenn du vorhast, einfach so nach Ladakh zu reisen und vor Ort alles zu planen, bitte denk daran dafür auch entsprechend Zeit einzuberechnen. Gerade wenn du auf der Suche nach einem Pferdemann bist, wirst du einige Tage dafür einberechnen müssen. Selbst wenn du hierfür die Hilfe einer lokalen Agentur suchst, denn auch die wird in der Hochsaison dafür etwas Zeit brauchen.

 

Zelt Ladakh

Zelt oder Homestay? Foto: Markus Brixle

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5 Homestays oder Zelt?

Ladakh ist nicht Nepal. Lodges wie dort gibt es in Ladakh nicht. Es gibt allerdings im Markha-Valley, am Sham Trek, zwischen Lamayuru und Chilling, als auch in einigen – aber nicht allen – Ortschaften in Zanskar Homestays. Meist sind das Bauern, die ein paar Zimmer für Trekker zur Verfügung stellen. Informiere dich vorab gut, ob du ein Zelt brauchst oder nicht. Ein Zelt wiegt nicht wenig und gleichzeitig kann man auch in den Homestays essen.

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6 Essen am Trek

Wenn du dein Essen selbst mitnimmst, musst du erheblich mehr planen. Die Vorräte wirst du vor allem in Leh besorgen müssen, da du außerhalb der Hauptstadt einfach nicht so viel Auswahl hast. Die meisten Ortschaften in Ladakh verfügen bereits über kleinere Shops, aber in denen bekommst du oft nur das, was die Leute nicht selbst anbauen können, dh kein Gemüse, Obst, Mehl usw. Dafür Kekse, Salz, Zucker, Chips, Cola usw.

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7 Verlass dich nicht auf die Auskünfte von Einheimischen

Gerne fragt man Einheimische nach dem Weg oder nach der Distanz. Beachte bitte, dass viele Ladakhi am Land kein oder kaum Englisch verstehen. Auch ist es so, dass man in Ladakh gerne irgendetwas sagt, anstatt zuzugeben, dass man es nicht weiß. Und was Gehzeiten angeht: Die 30 Minuten eines „Locals“ können dann schon mal 2 Stunden sein 😉 Frag lieber 2-3 Leute bevor du dich darauf verlässt, dass etwas sicher so ist.

 

Frauen Markha Ladakh

Die großartige Gastfreundschaft der Ladakhi ist Teil ihrer Kultur. Bitte nutze diese nicht zu deinem Vorteil aus!

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8 Bleib fair und denk mit

Immer wieder lesen wir in Trekkingforen, wie Leute damit prahlen mit wie wenig Geld sie es geschafft haben von A nach B zu trekken. Dass sie kostenlos bei Bauern geschlafen und gegessen haben, dass sie sich ohne eine Rupie auszugeben und Essen selbst mitgebracht zu haben, diese oder jene Trekkingtour gemacht haben. Wir bezweifelen hier mal, dass das eine großartige Leistung ist. Denn zum einen wird dadurch die Gastfreundschaft der Menschen ausgenutzt, die aufgrund der Abgelegenheit und Kargheit des Landes eine wichtige kulturelle Rolle spielt, und wenn immer mehr Gäste kommen und diese (0ft unwissend) ausnutzen, wird sich dieses System bald ändern. Zum anderen muss man auch bedenken, dass gerade Ladakh nicht große landwirtschaftliche Erträge erwirtschaftet, dh wenn eine große Zahl unangekündigt und uneingeladen auf die Gastfreundschaft der Einheimischen zählt, haben diese im langen Winter Schwierigkeiten über die Runden zu kommen – ganz besonders, wenn man dafür noch nicht mal bezahlt (damit die Menschen die aufgebrauchten Lebensmittel nachkaufen können). Viele Ladakhi sagen aus einer Tradition der höflichen Ablehnung zuerst Nein bevor sie angebotenes Geld annehmen. Dh da darf man ruhig trotzdem was geben.

Das soll allerdings nicht heißen, dass man angebotene Gastfreundschaft und Einladungen ablehnen soll, auch nicht, dass man sich nicht an Einheimische wenden darf und soll. Aber bitte einfach die Rahmenbedingungen mitbedenken und entsprechend fair handeln!

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Fazit


Eine Trekkingtour auf eigene Faust in Ladakh kann gerade in Verbindung mit Homestays etwas durchaus Reizvolles haben. Wer jedoch mit Campingausrüstung und Vorräten und gar ohne Tragtiere unterwegs ist, wird in den Höhen Ladakhs auch entsprechend viel Kondition und Kraft mitbringen müssen. Wir kennen Menschen, die es gemacht haben und bewundern sie sehr. Aber nicht jeder schafft so etwas und man sollte sich hier gut selbst einschätzen.

Für die, die lieber etwas mehr Komfort haben und/oder nicht so viel Zeit für die Planung einer Trekkingtour auf eigene Faust haben, stehen wir selbstverständlich zur Verfügung. No na 😉

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