Bevor ich erzähle warum ich Kirgistan empfehlen kann, liste ich hier mal Gründe für all jene auf, die lieber nicht in dieses Land in Zentralasien reisen sollten.

 

Du solltest lieber nicht nach Kirgistan reisen:

1) wenn du den Komfort eines protzigen 5*-Hotels mit allem Pipapo einer einfachen Jurte ohne fließend Wasser und Plumpsklo vorziehst

Jurten im Aufbau mit Freilicht-Badezimmer

2) wenn du vegan oder vegetarisch lebst, dir bei der Vorstellung Fleisch vom Pferd angefangen bis zum Hammel vorgesetzt zu bekommen übel wird und du kulinarischem Neuland gegenüber generell abgeneigt bist

Fleisch und Wurst von allen möglichen Tieren, am liebsten 3x am Tag, ja, das lieben die Kirgisen.

3) wenn dir jedes Risiko Kopfschmerzen vorursacht und Abenteuerlust ein Fremdwort für dich ist

Passieren kann schnell mal etwas in einem Land, in dem die Infrastruktur – wie zB Straßen – nur streckenweise gut ausgebaut ist. Da muss man schon eine Portion Abenteuerlust mitbringen.

4) wenn du von holprigen Straßen Rückenschmerzen bekommst und/oder dir bei Autofahrten übel wird

5) wenn du für ein striktes Alkoholverbot bist

Obwohl die meisten Kirgisen Muslime sind, ist Alkohol, insbesondere Wodka und die leicht alkoholhältige fermentierte Stutenmilch (Kymyz), ihr erklärtes Lieblingsgetränk.

6) wenn du historische Prunkbauten aus dem 19. Jahrhundert über alles liebst und die oft sehr kühle Einfachheit kommunistischer Architektur absolut häßlich findest

Nicht jedem liegt die oft etwas trist anmutende kommunistische Architektur, die nur langsam durch modernere Gebäude ersetzt wird (die man auch nicht unbedingt schön finden muss)

7) wenn du Angst vor menschenleeren Naturlandschaften hast

… und immer wieder komplett leere Landschaften

8) wenn du eine Pferdehaarallergie hast oder dir die Vierbeiner Angst machen. Sie sind überall.

Selbst auf der Straße ist man immer wieder von Pferden umgeben.

9) wenn du ein Hygiene-Freak bist. Das heißt jetzt nicht, dass die Kirgisen nicht Wert auf Sauberkeit legen, aber teilweise liegt der Standard bspw. in öffentlichen Toiletten oder auch in Restaurant-Toiletten weit unter dem was man im Westen kennt.

10) wenn du es immer schön tropisch warm magst und dir abrupte Temperaturwechsel gar nicht gefallen

Während es in niedrigeren Tälern im Sommer sehr heiß werden kann, kann es bspw. am Song Kul (See) auf 3.000m Höhe auch im Juli und August empfindlich kalt sein.

Treffen hier mehrere Punkte für dich absolut zu, lass es sein. Konntest du mehr oder fast alle Bedingungen verneinen, dann wird auch Kirgistan für dich ein Traumland sein.

 

Warum ich Kirgistan als Reiseland empfehlen kann

Jetzt könnte ich die Punkte, die ich oben angeführt habe, einfach umkehren, mach ich aber nicht ganz und verrat dir einfach und frei von der Leber was Kirgistian für mich so besonders macht:

1. Die nomadische Kultur

Wenngleich die meisten Kirgisten inzwischen mehr Halbnomaden oder Hirten mit nur zweimaljährlichen Ortswechseln sind, so sind sie in ihrem Herzen doch größtenteils richtige Nomaden geblieben: sie sind überaus gastfreundlich und hilfsbereit, sie lieben ihre Freiheit über alles, sie haben kein Problem mit der Einfachheit, die das Nomadenleben mit sich bringt (wer in Jurten oder Waggons lebt, muss mit weniger auskommen), sie spüren eine tiefe Verbundheit mit der Natur und reiten ihre Pferde wie es einst wohl der stolze Dschingis Khan getan hat.

Die Kirgisen sind wie alle nomadischen Kulturen überaus gastfreundlich

2. Die Landschaften

Kirgistan hat nur eine geringe Bevölkerungsdichte, ist es doch zu weiten Teilen einfach nur gebirgig. Somit ergeben sich weite Landstriche, die kaum bewohnt sind. Hier fällt es einem besonders leicht wieder eine Verbindung zur Natur zu finden und sich wieder an seiner Wurzel zu spüren, besonders wenn man die restliche Zeit in großen Städten leben muss. Gleichzeitig kann Kirgistans Natur so ziemlich alles, es gibt schweizerisch anmutende Alpinlandschaften, trocken-karge Hochgebirgswüsten, schneebedeckte Bergriesen, mediterrane Gegenden, die an die italienische Toskana erinnern, an denen man aber die Weinanbauflächen vermisst und Seen und Flußlandschaften, mal klein, mal groß, mal eisig kalt, mal badefreundlich warm.

Surreal schöne Flußlandschaft am aufgestauten Naryn-Fluß

3. Wanderbares Kirgistan

Klar, wenn eine Landschaft größtenteils aus Gebirge besteht, liegt es nahe, dass man dort auch auf seine Kosten kommt, wenn man gerne zu Fuß unterwegs ist. Das Wunderbare an Kirgistan ist aber auch die Tatsache, dass das Wandern abseits der zwei größeren Trekkingrouten auch noch ganz wenige TouristInnen für sich entdeckt haben und damit ist man oft tagelang alleine unterwegs und trifft maximal auf Hirten, ihre Herden und die Tiere der Bergwelt Kirgistans.

Auch wenn es hier ganz nach Österreich oder der Schweiz aussieht, das ist auch Kirgistan.

4. Kommunistisches Flair und Ruinenatmosphäre

Ja, es liegt nicht jedem, aber ich persönlich interessiere mich sehr für die Geschichte der Sowjetunion. Nicht, weil ich kommunistisch bin, einfach weil ich das Leben in der Sowjetunion, deren Visionen, Pläne und alle Konsequenzen, die die Menschen daraus ziehen mussten, total spannend finde. Nicht weniger spannend natürlich auch, wie dieser Wechsel vom Kommunismus zur freien Marktwirtschaft die Menschen und ihre Kultur verändert hat. Ich mag auch das Nebeneinander der alten kommunistischen Bauten und modernen meist schnell hochgezogenen Betongebäude. Und als Fan von Ruinen komme ich in Kirgistan auch ganz gut auf meine Kosten, denn nicht mehr genutzte Bauten findet man allerorts. Meist sind diese auch nicht abgesperrt und man kann diese ganz gut erkunden.

Am alten Hafengelände von Balyktschy am Issy Kul rosten Kräne und Boote aus der Sowjetzeit langsam vor sich hin.

5. Tourismus als Hoffnung

Kirgistan ist eines der ärmsten Stan-Länder (neben Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan und Tadschikistan), weil es kaum über eine nennenswerte Industrie oder große Rohstoffvorkommen verfügt. Der Großteil der Bevölkerung lebt von der Viehwirtschaft. Als Kirgistan noch Teil der Sowjetunion war, wurden große Mengen an Fleisch und Milchprodukte exportiert, doch mit dem Fall der Sowjetunion ist die Nachfrage danach gesunken und Kirgistan setzt seitdem verstärkt auf den Tourismus als große Chance. Bei aller Kritik am Tourismus, ist es gerade für ein wirtschaftlich schwaches Land wie Kirgistan eine großartige Möglichkeit sich hier aus der wirtschaftlichen Misere zu befreien, besonders wenn man sich auf nachhaltigen und fairen Tourismus konzentriert. Damit darf man auch guten Gewissens in dieses tolle Land reisen.

Die Viehwirtschaft ist der wichtigste Pfeiler der kirgisischen Wirtschaft. Noch.

6. Es gibt viel zu tun: Reiten, Wandern, Bergsteigen, Rafting, Schwimmen … Kökbörü

Langweilig wird einem nicht so schnell in Kirgistan. Es gibt nämlich viel zu tun. Wo Berge sind, kann gewandert werden, den einen oder anderen kann man auch besteigen, viele Flüße eignen sich zum Raften oder Kanu fahren, der angenehm warme und größte See Kirgistans, der Issyk Kul, ist ein wunderbarer Badesee und die unzähligen Pferde laden ein auf ihrem Rücken das Land zu erkunden. Wem das alles noch zu langweilig ist, der kann auch mit toten Ziegen den Nationalsport Kökbörü spielen. Lies hierzu einen eigenen Blogbeitrag.

Beim Kökbörü, einer Pferdesportart bei der man mit einer toten Ziege spielt

7. Ein Land großer Geschichten und starker Frauen und Männer

Die Kirgisen sind große Geschichtenerzähler, sie lieben ihre Legenden und kaum ein Ort, der nicht von Helden und HeldInnen erzählt, die auf mehr oder minder mystische Weise Kirgistan und seine Menschen geformt haben. Der Nationalheld Mannas ist omnipräsent, kaum ein Ort der keine Statue des historisch nicht belegten Mannes hat, der die kirgisischen Stämme einst geeint haben soll. Ihm zu Ehren ist das weltweit längste Epos entstanden, das über Jahrhunderte mündich überliefert und erst kürzlich verschriftlich wurde. Dein Guide kann dir aber nicht nur Geschichten aus dem Leben des Nationalhelden, sondern auch viele andere – oft verbunden mit dem vorislamischen animistischem Naturglauben – erzählen. Frag ihn einfach danach.

Kotschumgul ist ein weiterer Held der Kirgisen, er soll über 2m groß gewesen sein und war imstande sogar sein eigenes Pferd zu tragen.

Diese und viele andere Gründe sind es, warum ich Kirgistan zu den größten Reiseerlebnissen unserer Zeit zähle. Wenn du nun Lust darauf bekommen hast es zu entdecken, schreib mir einfach, ich verrate dir gerne mehr oder bastle mit dir an deinem Reiseplan für Kirgistan: daniela@gesar-travel.com




Nachdem der gestrige Tag alles andere als nach Plan verlaufen ist (zum Blogbeitrag: Nein, das ist nicht Stepantsminda) und ich, nachdem auch am heutigen Morgen die Passstraße nach Stepantsminda gesperrt blieb, meine Träume den 5.000er Kazbeg zu sehen für diese Reise final begraben habe, ist der heutige spontan geplante Tag so verlaufen, wie er besser nicht sein könnte. Das Wetter klarte nach und nach auf und endlich endlich durften wir auch etwas länger wandern. Und soviel Neues entdecken.

Ananuri ist eine Burg in in der Nähe des gleichnamigen Dorfes in Mzcheta-Mtianeti an der Georgischen Heerstraße. Sie stammt aus dem Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit, ihre ältesten Teile werden ins 13. Jahrhundert datiert.

Ein Traumtagerl wie aus einem Reisemärchen

Reisebericht von Daniela Luschin-Wangail

Ja, ich hatte mich schon abgefunden, dass es nichts mit dem ursprünglichen Plan nach Stepantsminda zu fahren wird. Gut, also das Beste daraus machen. Wir beschließen nach Tskaltubo im Westen Georgien zu fahren und unterwegs so viel wie möglich zu entdecken. Den Anfang macht die selbst im noch regnerischen Trübsal des Morgens pittoreske Burg Ananuri, von der aus man das Aragwi-Tal gut überblicken kann und in dessen nicht TÜV-geprüften und speziell gesicherten Wachtürmen man herumkraxeln darf.

Fresko aus der Kirche der Burg Ananuri mit schaurigen Höllendarstellungen

Blick auf den Kirchturm und das dahinterliegende Aragwi-Tal

Bissl trüb, aber dennoch ganz schön anzuschauen

Und weiter geht es Richtung Tbilisi in die Stadt Mchzeta bzw. darüber hinaus ins Kircherl Jvari aus dem 6. Jahrhundert. Dort tummeln sich massig viele Touristen aus aller Welt, ein buntes Sprachengewirr zerreisst die Ruhe, die wir sonst bisher in Georgien erleben durften. Zirka 95% aller Gäste schießen das genau selbe Fotomotiv. Ich auch. Eh klar. Den Zusammenfluss des Aragwi mit dem Mtkwari, der von hier oben wirklich traumhaft anzuschauen ist. Hochgerechnet dürfte dieses Motiv wohl bereits millionenfach festgehalten worden sein.

Tatataaaa, mein Exemplar!

Der Name Jvari wird mit „Kreuzkloster“ übersetzt, was darauf zurückzuführen ist, dass die in Georgien hochverehrte Heilige Nino (ja, hier ist das ein Frauenname!) hier oben ein Kreuz hinterlassen haben soll, das nunmehr in der Kathedrale des Klosters steht.

  In die Geburtsstadt Stalins

Weiter geht es Richtung Westen bis in die Geburtsstadt Stalins, nach Gori. Zviad, unser Partner für Georgien, und ich scherzen, dass Georgien und Österreich einiges gemeinsam haben. Unter anderem auch, dass beide Länder Diktatoren hervorgebracht haben, die dann ins Nachbarland exportiert wurden, wo sie ihren Siegeszug angetreten haben. Trotzdem sind beide Länder ihre Monster nicht losgeworden. Nichts worauf wir stolz wären. Einfach nur eine interessante Parallele. Das Stalin-Museum in Gori, das beim Haus erichtet wurde, in dem der 1878 als Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili geborene Josef Stalin aufgewachsen ist, heben wir uns für Sonntag auf, wo wir nochmals durch die Stadt müssen, weil wir nämlich viel viel lieber raus in die Natur wollen, wo der Regen versiegt ist und der Himmel sich geklart hat.

Wir fahren in ein kleines Dorf unweit von Gori bis ans Ende der Straße und besuchen ein Weingut.

Von hier aus starten wir eine ausgiebige Wanderung hinauf in die Berge. Endlich!

Der Aufstieg hat sich gelohnt. Ein wunderbarer Rundumblick und ein ruhiges schönes Platzerl zum tief Luftholen.

Hier ließe es sich gut und gerne ein paar Tage aushalten. Mit dem Besitzer des Weinguts wurden ein paar interessante Wanderrouten besprochen, die wir gerne auch in dein Programm einbauen können.

Das Dorf und die Wanderung dort waren definitiv mein absoluter bisheriger Höhepunkt dieser Georgien-Reise, auch wenn es dort eigentlich recht unspektakulär ist. Aber Reisen sind für mich immer auch ein Runterkommen und Sichwiedererden und das geht meiner Meinung nach immer dort am besten, wo am wenigsten Trubel ist, an den Coldspots – im Gegensatz zu den touristischen Hotspots – wo man ein Land und seine Natur authentisch erleben darf. Wandern ist immer wieder eine effiziente Methode den Käse des Alltags einfach mal verschimmeln zu lassen. Nachdem ich mir meine Füße heute wieder mal gescheit vertreten durfte, ist mein Endorphin-Level heute endlich wieder gscheit hoch und ist gleich danach noch höher angestiegen.

Schon vor einigen Tagen hatte ich Zviad gebeten mich dorthin zu führen, wo auch ein durchschnittlicher Georgier wirklich gerne isst. Kein fancy Schicki-Micki-Restaurant bitte! Auf meinen vergangenen Reisen habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass es das beste Essen eines Landes in einfachen Straßen-Raststätten gibt, da wo die Lastwagenfahrer und die Durchreisenden Pause machen und Frauen oder Männer aus dem Dorf genau das Essen zubereiten, das sie auch zu Hause auftischen würden.

Ich lande am Ende an einer Raststätte, die Zviad schon seit seiner Kindheit von Autofahrten kennt und von der er bis heute schwärmt. Und tatsächlich. Ein Traum. Ich esse zwar drei Gerichte, von denen ich bis jetzt keine Ahnung habe, was es war, weil Zviad mir die Gemüse nicht ins Englische übersetzen konnte und ich weder visuell noch geschmacklich ausmachen konnte, worum es sich handelte, aber es war hervorragend.

Das Setting des Restaurants ist ungewöhnlich. Man isst dort in kleinen Hütten, in denen jeweils ein Tisch mit Sesseln und einem Metallofen stehen. Der Kellner kommt, nimmt die Bestellung auf, schließt die Tür, bringt ein paar Minuten später das Essen und verabschiedet sich wieder. Zumindest muss man sich in solche Separées keine Gedanken um Tischmanieren machen.

Sofort wieder würde ich hierher pilgern, nur um mir den Bauch richtig vollzuschlagen.

Wenngleich der Tag Kur genug für mich war, endet er in der ehemaligen Sowjet-Kurstadt Tskaltubo, in der sich sogar Stalin vom Diktatoren-Stress erholt haben soll. Wir nächtigen in einem einstigen Sanatorium, das vor ein paar Jahren in ein Hotel umfunktioniert wurde, während die meisten anderen Sanatorien zwischenzeitlich dem Verfall preisgegeben sind. Die stehen morgen am Programm. Und einiges mehr.

 

 




Auf meinem Blog – auf dem ich verschiedene Gesundheitsthemen anbringe – habe ich vor einiger Zeit einen Beitrag veröffentlicht, der heißt „Multitasking ist OUT – Achtsamkeit ist IN“. Er war ein Teil meiner Abschlussarbeit zu meiner Ausbildung in Craniosacraler Biodynamik. Jetzt fragst Du Dich vielleicht: „Und was ist das?“ bzw. „Was hat das alles mit Wandern zu tun?“ Darüber möchte ich Dir heute etwas erzählen: Achtsamkeit & Wandern

Von Christine Altenhöfer

Achtsamkeit – was ist das?

Achtsamkeit wird als aufmerksames Beobachten auf den jetzigen Moment beschrieben. Es kann dabei um das gehen, was um uns herum passiert oder auch um den eigenen Körper. Du kannst dabei zum Beispiel den Fokus auf Deine fünf Sinne legen, also: „Was höre ich gerade? Welchen Geschmack habe ich auf der Zunge?“… oder es geht um Dein Innenleben wie Gedanken und Gefühle.

Das Besondere bei dieser Übung ist die Art und Weise wie die Empfindungen oder der Geschmack festgestellt werden bzw. die Umgebung um einen herum wahrgenommen wird. Dies geschieht alles aus einer nicht-wertenden, nicht-verändern-wollenden Haltung. Ich nehme wahr, stelle fest und begegne diesen Erfahrungen mit Akzeptanz. Egal ob sie mir nun angenehm oder unangenehm sind. Sie sind einfach da und werden als solches angenommen.

Die Achtsamkeitspraxis basiert also auf einem Fokus auf welchen ich mit meinem inneren Beobachter die Aufmerksamkeit lenke. Ich bleibe dabei in der Gegenwart – versuche also im Hier und Jetzt zu sein ohne an Vergangenes oder die Zukunft zu denken und akzeptiere was da ist.

Ich finde immer das hört sich super-einfach an. Aber unser Gehirn spielt uns da oft einen Streich. Dem Gehirn ist dieses Nichts-Denken manchmal einfach zu langweilig. Und statt mich auf meine Achtsamkeitspraxis zu konzentrieren erwische ich mich dann plötzlich wie ich gerade darüber nachgedacht habe, was ich heute noch erledigen muss oder was gestern so alles passiert ist. Und schon bin ich nicht mehr in der Gegenwart.

Dieses herumhüpfen unseres Geistes ist völlig normal. Jedes Mal wenn ich merke, dass ich gerade nicht mehr bei der Sache bin, komme ich einfach wieder in meine Achtsamkeit zurück und versuche die nächsten Atemzüge hier zu bleiben. Und zwar ganz ohne zu denken: „Na prima Christine, jetzt hast Du das wieder voll vergeigt und die Gedanken sind herumgeschwirrt!“ sondern eher denke ich mir: „Ach sehr gut, dass es mir aufgefallen ist, dass ich gerade woanders mit meinen Gedanken war – dann komm ich jetzt wieder zurück zu meinem Atem.“

Ich konzentriere mich bei meinen Achtsamkeitsübungen grundsätzlich gern auf meinen Atem. Der ist immer da und der lässt sich so einfach verfolgen: „Einatmen – Ausatmen –…“

 

Wo kann ich Achtsamkeit praktizieren?

Das ist die leichteste Frage aber oft am Schwierigsten umzusetzen: überall! 🙂

In der U-Bahn sitzend, auf dem Weg ins Büro, wenn ich einen Schluck Wasser trinke, bei Gesprächen oder in Ruhe in klassisch sitzender Form.

Wenn Du beginnen möchtest etwas mehr Achtsamkeit in Dein Leben zu bringen, empfehle ich Dir mit einer formalen Praxis – im Sitzen zu Hause – für zwei bis fünf Minuten zu beginnen. Mach es Dir dafür in einem ruhigen, störungsfreien Raum wirklich bequem. Das kann auf einer Decke am Boden im Schneidersitz sein aber genauso auf einem bequemen Sessel. Die Hände ruhen dabei auf Deinen Oberschenkeln oder liegen im Schoß. Und stell Dir für Deine gewünschte Dauer einen Wecker, der Dich erinnert wann es wieder Zeit ist die Augen zu öffnen.

Statt es im Sitzen zu probieren kannst Du auch versuchen immer wenn Du die Treppen in Deinem Wohnhaus nach unten gehst jede Stufe achtsam zu nehmen und Dich auf nichts als die Schritte zu konzentrieren.

Schwieriger ist es dann schon in einem Gespräch wirklich immer achtsam zu sein. Da spielen dann immer gleich so viele Emotionen mit rein. Aber damit musst Du ja auch nicht beginnen! 🙂

Achtsamkeit & Wandern

Was man wie ich finde eben auch ganz toll machen ist wandern in Achtsamkeit. Inzwischen gibt es sogar schon viele Reiseanbieter, die das in der Gruppe ermöglichen. Aber das geht auch ganz gut alleine oder zu Zweit. Ist man nicht alleine unterwegs bietet es sich an die Wanderkameraden zu informieren, dass man jetzt nicht so viel reden will sondern einfach die Natur genießen möchte.

Und so geht man langsam – meist geht man dadurch wirklich langsamer als üblich – Schritt für Schritt seinen Weg. Der Fokus den es hier zu beobachten gilt könnte auf der Atmung liegen oder auf dem Spüren des Waldbodens, dem Duft des Holzes oder auch bei der Aussicht, die man dazwischen immer wieder genießen kann.

Hier finde ich es leichter einen gut bekannten Weg zu gehen. Wenn ich immer nach Wegmarkierungen und Beschilderungen Ausschau halten muss fühle ich mich sehr abgelenkt.

Was bringt Achtsamkeit?

Und warum nun das Ganze? Was bringt mir die Achtsamkeitsübung? Ist das nicht langweilig?

Viele verschiedene Studien sind inzwischen zu folgenden Ergebnissen gekommen:

Regelmäßige Achtsamkeitspraxis

  • reduziert Angst und Stress,
  • fördert Gelassenheit und schnellere Erholung,
  • führt zu mehr Entspannung und höherer Lebenszufriedenheit und
  • ist gut für die körperliche und psychische Gesundheit.

Die Achtsamkeitspraxis beim Wandern im Speziellen führt zu einer angenehmen Entschleunigung und lässt uns die Natur wieder direkter und wahrhaftiger spüren und wahrnehmen. So geschieht von ganz alleine eine Werteverschiebung auf das Wesentliche. Der Geist wird stark und es kann Klarheit entstehen. Der Fokus liegt nicht bei Zukunftsängsten oder in der Vergangenheitsbewältigung sondern die Freiheit in der Natur lässt uns viel leichter im Hier und Jetzt bleiben.

Wenn der Geist soweit ist den Fokus im gegenwärtigen Moment zu halten ist eine wunderbare Grundvoraussetzung für Glück geschaffen. Dieses wahre Glück schaffen wir in uns selbst und ist unabhängig von äußeren Umständen.

Und langweilig ist es insbesondere deshalb nicht, weil selbst wenn Du Deine Achtsamkeit immer am gleichen Ort in der gleichen Position zur gleichen Uhrzeit übst, bist Du selbst jeden Tag neu und anders. Mal bist Du einfach gut gelaunt, mal bist Du sehr mit dem gestrigen Tag beschäftigt und tust Dir so vielleicht etwas schwerer und manchmal klappt die Konzentration auf den gegenwärtigen Augenblick einfach super. Also dadurch, dass Du ja selbst immer mit einem neuen Gefühlskleid daher kommst, dadurch wird die Übung bestimmt nicht langweilig.

Die Praxis der Achtsamkeit hilft Dir also in Dir stabiler, ruhiger und gesünder zu werden. Aus diesem Grund kann ich sie wirklich jedem nur empfehlen. Und besser ist es übrigens jeden Tag fünf Minuten darauf zu verwenden als einmal im Jahr ein ganzes Wochenende. Denn nur durch Regelmäßigkeit kann in unserem Gehirn eine nachhaltige Veränderung stattfinden.

Also: nimm diese Möglichkeit selbst in die Hand:  Du hast die Wahl zwischen in-Vergangenheit-und-Zukunft-leben oder im-Hier-und-Jetzt-sein. 🙂

Ich wünsche Dir alles Liebe,

Christine

 

Ich bin Christine Altenhöfer und biete in Wien Craniosacrale Körperarbeit für Säuglinge, Kinder und Erwachsene an. Für mich ist Achtsamkeit ein wichtiges Thema und je mehr ich mich in meinem Leben damit befasse, umso mehr Bedeutung hat es. Da Meditation und Achtsamkeit oft mit stundenlangem Im-Schneidersitz-verharren-und-sich-nicht bewegen-dürfen verbunden wird freue ich mich immer, wenn ich anderen Menschen erzählen darf sich Achtsamkeit und Wandern/Spazieren gehen in der Natur vereinbaren lässt.




Immer mehr Eltern wagen sich mit ihren Kindern nach Ladakh. Warum auch nicht? Es hat viel auch für kleine Gäste zu bieten. Die Höhe Ladakhs vertragen die meisten Kinder weitaus besser als ihre Eltern – wahrscheinlich weil sie unvereingenommener hierher kommen.

Wir verraten dir die Dinge, die du mit Kindern in Ladakh unbedingt machen solltest.

Unser Sohn Emil mit knapp über einem Jahr auf dem Pass vor Lingshed in Zanskar.

Das solltest du mit Kindern in Ladakh unbedingt machen

Besuch im Donkey Sanctuary in Leh

Kauf Karotten am Basar von Leh und bring sie mit auf deinem Besuch im Heim für herrenlose Esel. Die freuen sich richtig und die Kinder sowieso. Achtung: Viele Esel sind etwas stürmich 😉


Kinder sind Türöffner zu den Herzen der Menschen

Wohne bei Bauern

Unbedingt ein paar Nächte bei Bauern einplanen. Erstens sind die Menschen Ladakhs unglaublich kinderlieb und freuen sich über Kinder und zweitens können sie am Bauernhof richtig toll herumtoben.


Raus in die Natur

Wandern und Entdecken

Wenn du in Ladakh bist, solltest du deinen Kindern unbedingt die Bergwelt und Natur näherbringen. Und wenn deine Kinder etwas fußfaul sind, miete dir ein Reitpony oder einen Esel – das überzeugt selbst gehträge Kiddies.


Auch wenn Ladakh eher trocken ist, Spiele am Wasser gehen auch hier!

Picknicken am Wasser

Plane immer Zeit am Wasser ein. Ladakh kann im Sommer ziemlich heiß sein und ein paar Stunden am Wasser (ob See, Fluss oder Bach ist egal) tun Kind und Eltern gut. Die Eltern können entspannen und die Kinder planschen.


Rein ins Zelt!

Zeltnächte sind Abenteuernächte

Unbedingt auch die eine oder andere Nacht in der Natur campieren. Kinder lieben es! Tagsüber im Freien spielen und nachts vor dem Schlafengehen nochmals die Sterne zu beobachten.


Austausch zulassen. Unser Sohn Luis zu Besuch in der Munsel-Schule – eine Schule für Kinder mit geistigen Behinderungen.

Fremde Kinderwelten entdecken

Kinder sind neugierig und unvoreingenommen. Zeige ihnen in Ladakh, wie Kinder dort leben, indem du beispielsweise versuchst eine Schule vor Ort zu besuchen. Oder einen Kindergarten. Oder einfach bei einer Familie mit Kindern wohnst.


 

Kontaktiere uns
Deine Familienreise nach Ladakh
Wir stellen dir total gerne deine ganz individuelle Familienreise nach Ladakh zusammen. Als Eltern von drei Kindern, die alle schon mit wenigen Monaten in Ladakh waren, haben wir viel Erfahrung und wissen, was man mit Kindern machen kann und was man besser lassen sollte.




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Wenn du schon immer nach Ladakh wolltest, solltest du an unserem Gewinnspiel teilnehmen, das wir auf unserer Facebook-Page gestartet haben. 

 

Du kannst einen Platz auf unserer Kultur- und Wandern-Reise „Basics of Ladakh mit Hemis-Festival“ im Juli um 1.400 EUR gewinnen.

 

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So nimmst du teil

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  3. Nimm dir vom 11.-24. Juli 2016 Urlaub ;-)

 

Achtung: Mitarbeiter und Familienmitglieder von Mitarbeitern von Gesar Travel sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Teilnahmeschluss: 24. April 2016. Am 25. April geben wir den glücklichen Gewinner/die glückliche Gewinnerin bekannt. Im Übrigen kannst du auch teilnehmen, wenn du nicht nach Ladakh möchtest, denn du kannst die Reise auch verschenken.