Ullis Liste, der 10 Dinge, die man in Bhutan gesehen und gemacht haben sollte

Von Ulrike Čokl

Originaltext auf englisch von Ulrike Čokl / Übersetzt von Daniela Luschin-Wangail
Ulli hat alles in allem mehrere Jahre in Bhutan gelebt. Sie hat dort als Ethnologin über traditionelle Praktiken der Gastfreundschaft geforscht. Daher ist sie eine Expertin für das Leben in dörflichen Strukturen in ganz Bhutan. Mit und für Gesar Travel arbeitet sie individuelle und spezielle Reiseprogramme aus, in denen ganz besondere Einblicke in die reiche Kultur Bhutans gewährt werden.

Es ist nicht einfach für mich nur 10 Plätze und Attraktionen in Bhutan zu nennen, die es unbedingt wert sind besucht zu werden, nachdem ich so viel Zeit in den letzten 18 Jahren dort verbracht habe. Trotzdem werde ich versuchen meine lange Liste der Dinge, Plätze und Aktivitäten, die ich liebe, für Menschen, die das Himalaya-Königreich noch nicht kennen zu kürzen. 

 

1 Taktsang Gonpa

Das Tigernestkloster

Es führt kein Weg an ihm vorbei. Das Tigernestkloster ist zweifellos eine der bekanntesten Attraktionen des Königreichs und für die meisten BesucherInnen einfach nicht möglich es auszulassen. Ich war so glücklich Taktsang mehrfach besucht haben zu können, bevor es zum Touristenhotspot Nummer eins wurde. Nichtsdestotrotz ist der erste Anblick beim Aufstieg auf das Taktsang Koster bis heute für mich jedes Mal ein besonderes Erlebnis. Ich empfehle allen möglichts früh am Morgen auf das Kloster zu gehen. Vielleicht bereits um 6 Uhr morgens oder gar früher. Auf diese Weise kannst du den Platz so erleben wie er angedacht war: ein abgelegener Rückzugsort zur friedvollen und ruhigen Kontemplation und Meditation.


 

2 Dzongs – Festungen mit Geschichte

Punakha Dzong

Ich liebe die Dzongs Bhutans, da sie wahre architektonische Kunstwerke sind und sich wunderbar in ihre Umgebung einbetten. Sie wurden in der Vergangenheit ohne den Einsatz von Metallnägeln, nur mit Holz, Stein und Lehm gebaut. In jedem der 20 Bezirke steht ein Dzong, einige sehr alt, einige etwas neuer. Wenn ich Paro anfliege und dabei den ersten Blick auf Rinpung Dzong werfe, werde ich jedes Mal sentimental. Wangdue Phodrang Dzong war mein liebste Dzong, ist allerdings vor einigen Jahren niedergebrannt. Es war ein sehr authentisches Beispiel für diese Festungen und wird derzeit renoviert. Jedoch auch das Punakha Dzong ist sehr eindrucksvoll und lädt gleichzeitig zu Spaziergängen in der Umgebung ein, bspw. indem man die längste Hängebrücke quert und Homestays inmitten der Felder und am Fluß besucht. Jakar Dzong in Bumthang, als auch Lhuentse Dzong und Trashigang Dzong im East sind ebenfalls beeindruckend und einen Besuch wert.


 

3 Wanderung auf einen Bergpass

Foto: Marina Beck Photography

Wenn du auch keine Zeit für einen richtigen Trek hast, gibt es trotzdem einige Möglichkeiten hinauf auf einen Pass zu wandern, um die Bergriesen des Himalaya zu bewundern.  Die meisten Bhutaner gluaben, dass die Gipfel Wohnorte von Schutzgottheiten, den kyelha sind. Wanderungen auf Pässe können ein paar Stunden bis zu einem ganzen Tag dauern. Meistens sind die Pässe mit chorten (buddhistischen Schreinen) versehen und mit Gebetsfahnen dekoriert. Daneben finden sich Steinhaufe, sogenannte latshe, wo man den Göttern Opfergaben in Form einer Blume, eines Blattes oder Zweigs hinterlassen kann. Wenn Bhutaner auf einen Pass kommen, rufen sie laut “lha gyelo” (“die siegreichen Götter” oder “mögen das Gute über das Böse siegen”),  und schenken den lokalen Gottheiten ein paar Tropfen aus ihrer Tasse ara (alkoholisches Getränk) bevor sie selbst davon trinken. Auf dem Weg zu einem Pass begegnest du vielleicht Kuhhirten, meist den Älteren eines Dorfhaushalts, die den Auftrag bekommen nach dem Vieh zu sehen. Mit etwas Glück wirst du von ihnen auf eine Tasse Tee oder zu Snacks in ihren temporären Hütten eingeladen. 


 

4 Zeit bei Einheimischen verbringen

Ein bhutanisches Sprichwort besagt: “Der Gast einer Nacht ist wie ein Gott.” Ich bin davon überzeugt, dass jemand, der nicht ein wenig Zeit in einem einfachen bhutanischen Bauernhaus verbracht hat, Bhutan nicht wirklich erlebt hat. Die Gastfreundschaft einer bhutanischen Familie zu erleben ist ein einmaliges Erlebnis. Darüberhinaus ist das Essen in Homestays so viel besser als in Hotels oder Gästehäusern. Du kannst die nangi aum (Frau des Hauses) dabei beobachten, wie sie ihren alltäglichen Routinen nachgeht und selbst ein wenig mit Hand anlegen. Oder du kannst im Altarraum, dem choesham, meditieren und dir das Haus und die Umgebung näher ansehen. Ich rate dir in einem echten Farmstay zu nächtigen und nicht einem, der primär für Touristen ausgezogen wurde. Es gibt viele authentische Häuser, die hie und da Gäste aus dem fernen Ausland aufnehmen und so der Tradition bhutanischer Gastfreundschaft treu bleiben.


 

5 Ein Dorffest

Maskentänze sind großartig, besonders in den Dzongs, wo sie jährlich den Sieg des Guten über das Böse zelebrieren. In Tänzen wird die Geschichte des Buddhismus nachgespielt, wie berühmte Lamas und Heilige in längst vergangenen Zeiten Dämonen und böse Wesen unterworfen haben. Persönlich mag ich kleine Dorffeste lieber, wo man eine Vorstellung davon bekommt, wie solche Veranstaltungen die Gemeinschaft miteinbezieht und die menschlichen Beziehungen im Alltag beeinflussen. Oft ist es schwer den Besuch eines solchen Fests im Vorhinein zu planen, da die Dorfbewohner die Termine oft erst sehr kurzfristig fixieren.

Ein Insidertip: Reise nach Ost-Bhutan in den Wintermonaten (Dezember, Jänner und Feburar) und die Chancen da und dort ein Dorffest mitzuerleben sind wirklich hoch. Du könntest dort sogar einer der resten Touristen sein, die mit dabei gewesen sind.


 

6 Trekking in Bhutan

Foto: Marina Beck Photography

Es bedarf nicht großer Worte: Trekking in Bhutan ist einfach großartig. Die Trekkingrouten sind einzigartig und nicht überlaufen. Auf alten Pfaden wandert man durch Rhododendron- und Koniferenwälder, vorbei an Wacholderbüschen und Bambuswäldern, man passiert chortens, mani Mauern und kleine gonpas (Klöster/Tempel). Auf einigen Trekkingrouten triffst du auf Yak-Hirten, deren Tiere auf Kräuterweiden grasen. Triff auf Dorfbewohner entfernter Täler, wie die Layaps beim Lingshi-Laya-Gasa oder Jomolhari Trek, und trink eine Tasse ara oder Tee mit ihnen. Sowohl Flora als auch Fauna sind atemberaubend und du wirst bestimmt Blauschafe und Wild sehen. Es sei erwähnt, dass dein Gepäck in Bhutan von Mulis und nicht von Trägern getragen wird. Und man schläft üblicherweise im Zelt.


 

7 Kunsthandwerk-Workshop

Foto: Marina Beck Photography

Wenn du Zeit hast und an den richtigen Plätzen bist, nimm unbedingt an einem Workshop zum Erlernen eines Kunsthandwerks teil, wie bspw. Bambusflechten, Weben in Zentral- oder Ostbhutan, oder Thangka-Malen im Westen. Es ist ein wunderbarer Weg mehr über die lokalen Traditionen der Bhutaner zu erfahren. Gleichzeitig bekommst du hautnah mit, wie aufwändig die Herstellung eines Kunsthandwerks sein kann. Die Ernte und das Sammeln von wildem oder kultiviertem Rohmaterialien und die spätere Verarbeitung sind oft zeitaufwändige und anstrengende Tätigkeiten.

Darüberhinaus unterstützt du durch die Teilnahme an lokalen Workshops die Künstler direkt. Damit hast du gleich doppelten Nutzen: Du lernst etwas über die Kultur des Landes und unterstützt den Fortbestand eines wertvollen Kulturguts.


 

8 Zhemgang

Foto: Marina Beck Photography

Ich liebe Zhemgang. Es ist abgelegen, kaum besucht und liegt im subtropischen Teil des Süden Bhutans und bietet die Möglichkeit den Royal Manal Nationapark zu besuchen. Hier gibt es eine Fülle an Vogelarten, von denen selbst ich mit meiner Handykamera recht gute Fotos schießen kann – bspw. vom Nashornvogel. Die Einheimischen sind liebenswürdig, etwas zurückhaltend, aber sehr gastfreundlich und lustig sobald das Eis gebrochen ist. Die meisten Häuser sind noch sehr traditionell, aus Bambus und auf Stelzen. Wenn du abenteuerlich und nicht sehr wählerisch was die Unterkünfte angeht, dann ist Zhemgang auch für dich ein perfekter Platz zum Entdecken. Besuche Bauern, mach eine Vogelsafari oder geh auf Raftingtour. Genieß die lokale Küche und besuch die Bambusweb-Gemeinschaft in Bjoka.


 

9 Ost-Bhutan

Foto: Marina Beck Photography

Der Osten ist großartig für jene, die weniger touristische Plätze entdecken wollen und tiefer in die lokale Kultur eintauchen wollen. Die Täler sind teilweise tief eingeschnitten und Reisfelder in Terrassen angelegt. Das Klima ist verhältnismäßig mild, da es niedriger liegt. Bananen und Früchte wachsen das ganze Jahr über. Im Winter sind es vor allem die Orangen, die das Land mit orangenen Punkten übersäen. Es gibt viel zu entdecken, besonders in Trashiyangtse, Trashigang und Lhuentse. Du kannst die Lingkhar Lodge als dein Basislager nutzen und die umliegenden Dörfer erkunden. Oder nächtige auch mal bei Bauern und genieße ihre Gastfreundschaft. Im Frühling und Herbst solltest du die Brokpa in Merak und Sakteng besuchen, und im Winter die Schwarzhalskranische im Bumdeling Wildlife Sanctuary beobachten. Es gibt noch immer sehr viele Plätze in Bhutan, die kaum bekannt sind. Wenn du gerne ein Pionier bist, dann genießt du es vielleicht auch, wenn wir dich als „Versuchskaninchen“ in Regionen schicken, wo bislang kaum noch andere Touristen waren. 


 

10 Essen – Picknicken und Kochkurse

Ich mag Chilli und Käse (=ema datshi), aber die bhutanische Küche hat so viel mehr zu bieten. Also lassen wir das Nationalgericht ema datshi mal außer Acht; wenn du zur richtigen Zeit am richtigen Ort bist, kannst du die Früchte des Landes, frisch von den Feldern, aus den Wäldern genießen: Pilze und Kräuter, hausgemachtes Brot aus Buchweizen, Weizenrollen gefüllt mit Knoblauchblättern, Käse und Chilli; Gemüse aus dem Garten und so traditionelle Gerichte wie „Reispizza“, roter Reis und gebratener Farn …  Doch die bhutanische Küche ist nicht rein vegetarisch. Bhutaner lieben sikam (getrocknetes Schweinefleisch), getrocknetes Yak-Fleisch und Rind; Rindsknochensuppe und Brathuhn. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die momos (gefülle Teigtaschen) mit diversen Füllungen. Bumthang gilt als kulinarischer Hotspot, aber auch Plätze wie Zhemgang und Ostbhutan etwas abseits der gängigen Touren hat viel für den hungrigen Magen zu bieten.


 

Einige abschließende Worte für Bhutan-Reisende

Meine Liste der Highlights in Bhutan kann niemals vollständig sein. Einige Aspekte möchte ich zusätzlich erwähnen: Gesar Travel kann spezielle Touren organisieren, bei denen du während deiner Reise einen bestimmten Fokus wählen kannst. Dies kann alles von abgelegenen Dorfbesuchen und Bauernhöfen über Textilien, Pilgerfahrten, Vogelbeobachtung oder traditionelle Medizin, Sowa Rigpa, sein. Lass uns wissen, was dich am meisten interessiert. Vorträge und Führungen mit Experten können arrangiert werden. Zwar können für zusätzliche Aktivitäten zusätzliche Gebühren anfallen, aber so unterstützt du auch lokale Spezialisten und Gemeinden direkt und unbürokratisch.

 

Abseits der ausgetretenen Pfade

In Bhutan gibt es noch so viel zu entdecken. Daher ist es immer gut, auf der Reise offen und flexibel zu bleiben. Es kann mühsam sein, über unbefestigte Straßen zu fahren, um oftmals sehr abgelegene Dörfer zu erreichen. Am Ende stößt du dabei jedoch auf interessante Aktivitäten wie Baumwollanbau und Baumwollweberei in Chimoong, Pemagatshel. Manchmal sind aufgrund von unvorhersehbaren Umständen Ad-hoc-Änderungen erforderlich, aber du kannst dies ruhig als Teil einer authentischen bhutanischen Erfahrung betrachten!

 

Mein Insidertipp

Zu guter Letzt möchte ich dir einen Geheimtipp mit auf den Weg geben: Die Monpa-Gemeinden in Trongsa entlang des Nabji-Korphu-Treks verfügen über ein unglaublich reiches lokales Wissen über Heilpflanzen und Lebensmittel aus dem Wald! Von Blättern bis Wurzeln ist die Auswahl groß. Während die Gäste normalerweise auf ausgewiesenen Campingplätzen übernachten, bringen wir dich in die Häuser der Monpa-Gemeinden! Sie gelten als die Ureinwohner Bhutans mit ihrer eigenen Sprache und ihren eigenen Bräuchen. Zusammen mit einem Monpa-Guide erhälst du so Einblicke in das reiche ethnobotanische Wissen dieser interessanten Menschen und unterstützst sie dabei, ihr lokales Wissen und ihre Kultur zu erhalten.




Lange hat es gedauert, aber jetzt ist er da: Der 2. Teil zum Beitrag über das tibetisch-buddhistische Lebensrad. Im ersten Teil haben wir uns den 6 Lebenswelten und dem inneren Kreis gewidmet. Weil es den Rahmen gesprengt hätte, haben wir den Außenring des Lebensrades ausgespart. In ihm sind die verschiedenen Daseinsfaktoren dargestellt, die das Leben jedes Menschen bestimmen. Ihre 12 Glieder, auch „nidana“ genannt, stellen die 12 gegenseitigen Abhängigkeiten dar, die für die wiederkehrende Geburt im Samsara (Kreislauf der Wiedergeburten) verantwortlich sind. Die einzelnen Glieder gelten nicht als alleinige Ursache, sie stehen miteinander in Verbindung und stellen eine Kette an gegenseitigen Abhängigkeiten dar, aus der das nächste Glied jeweils entsteht.

 

Die 12 gegenseitigen Abhängigkeiten
oder
der äußere Kreis des buddhistischen Lebensrades

 

Die Beschreibung der zwölf Stationen beginnt meist unten in der Mitte und geht im Uhrzeigersinn weiter. Es gibt jedoch auch Lebensräder, wo es oben beginnt – die Reihenfolge bleibt jedoch die Gleiche.

1. Eine blinde Greisin mit Stock (manchmal auch mit Topf), die aus der Sicherheit des Hauses dem Abgrund zutappt. Sie symbolisiert die Unwissenheit, die daran schuld ist, dass die meisten Menschen dem Wiedergeburtenkreislauf verhaftet bleiben. Die Blindheit steht für die Unwissenheit – wenn du blind bist, siehst du die wahren Farben und Formen um dich nicht und du schaffst dir in deiner Blindheit eigene Farben und Formen, die aber nicht der Realität entsprechen. Dadurch schaffst du Karma, das dich im Lebenskreislauf hält. Es gibt auch Lebensräder mit einem Greis anstatt einer Greisin.


2. Der Töpfer produziert kleine und große Töpfe – sie stehen für vergangene Taten, für die großen und kleinen. Sie sind wie Samen, die das Potenzial haben zu Früchten zu werden. Diese vergangenen Taten sind die Bedingung dafür, dass jemand wieder geboren wird.


3. Der Affe, der von einem Ast zum anderen schwingt steht für den Geisteszustand, der immer aktiv ist und nie zur Ruhe kommt, sich meistens mit der Vergangenheit und der Zukunft beschäftigt, aber selten nur mit der Gegenwart.


4. Ein Fährmann oder auch zwei (oder mehr) Männer in einem Boot steht für das Geburtsbewusstsein, das mit der Entstehung von Geist und Körper – den geistigen und physischen Komponenten der Person – beginnt. Das Boot steht für den Körper und der Mann oder die Menschen darauf für den Geist/die Gedanken.


  5. Die Sechs Sinne des Menschen (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten und Denken) sind vergleichbar mit einem Haus mit sechs Fenstern.


6. Durch seine sechs Sinne kommt der Mensch in Berührung mit den wahrgenommenen Objekten. Das wird im Lebensrad durch das sich berührende Liebespaar symbolisiert.



7. Aus der Berührung erwächst Empfindung, die nicht immer so schmerzhaft sein muss, wie im nächsten Bild – der Pfeil im Auge – meist sind diese Empfindungen Verlockungen.



8. Aus diesen Empfindungen entsteht die Gier/Durst, die im nächsten Bild durch einen Trinker, der Alkohol zu sich nimmt, symbolisiert wird. Die Gier veranlasst die Wesen, nach dem Tode wiederum eine neue Existenzform zu ergreifen.



9. Dieses Ergreifen der neuen Daseinsform symbolisiert der Mensch oder auch Affe, der einen Ast gepackt hat, um Früchte zu pflücken.



10. Das Werden dieser neuen Wiedergeburtswesen wird durch eine schwangere Frau versinnbildlicht.



11. Die Geburt in eine neue Daseinsform ist die nächste Station und wird durch eine Gebärende veranschaulicht.



12. Alter und Tod schließen das Werdensrad. Eingeschnürt in ein Tuch, wird die Leiche von einem Träger auf dem Rücken zur Leichenstätte getragen.


 

Wenn du Lust auf mehr (tibetischen) Buddhismus hast, kannst du dich auch mit uns auch auf eine hautnahe Begegnung begeben. Entweder in einer unserer Gruppenreisen, Individualreisen oder ganz intensiv in einer speziell für dich zurechtgeschnittenen Tour. Wir planen auch gerne Pilgerreisen für dich und deine Familie/Freunde usw.

 




Tibetischer Buddhismus einfach erklärt – eigentlich kaum möglich, denn der tibetische Buddhismus ist in vielerlei Hinsicht sehr komplex. Trotzdem wagen wir den Versuch einer einfachen Erklärung. So wie es in den anderen Hauptreligionen unterschiedliche Schulen/Richtungen gibt, gibt es diese auch im Buddhismus – wir kennen den Zen-Buddhismus, der sich vom Buddhismus wie er in Thailand oder Sri Lanka praktiziert wird unterscheidet, und der tibetische Buddhismus ist uns gerade im Westen durch prominente Anhänger wie Richard Gere und natürlich der wichtigsten Leitfigur im tibetischen Buddhismus, SH dem 14. Dalai Lama, bekannt.

Der tibetische Buddhismus: Geschichte, Hintergründe, Schulen

Die Anfänge

Padmasambhava

Padmasambhava

Die Geschichte des tibetischen Buddhismus geht zurück ins 7. Jhdt. in die Zeit des tibetischen Königs Songtsen Gampo, der Tibet vereint und zwei buddhistische Frauen geheiratet hatte – Prinzessin Bhrikuti aus Nepal und die Prinzessin Wen Cheng aus China. Unter ihm begann der Buddhismus in Tibet Fuß zu fassen, auch wenn es zu dieser Zeit nur wenige Buddhisten gab und ihre Tempel schlichten Kapellen ähnelten. Zu dieser Zeit waren die meisten Tibeter Anhänger einer animitisch-schamanistischen Religion bzw. der Bon-Tradition.

Nach Songtsen Gampo hat der König Trisong Detsen den buddhistischen Mönch Shantarakshita und den Yogi Padmasambhava eingeladen, um den Buddhismus zu stärken. Doch es war schwer die Menschen in Tibet davon zu überzeugen der Bon-Religion den Rücken zuzukehren. Auch konnte er aufgrund von spirituellen Hindernissen keine Klöster bauen. Hier kam Padmasambhava ins Spiel, der diese Hindernisse ausgeräumt hat, indem er lokale Dämonen zerstört bzw. sie zum Buddhismus bekehrt hat (so die Legende). Damit legte er auch den Grundstein für die tantrische Tradition im tibetischen Buddhismus: Auch Faktoren unseres Lebens, die scheinbar negativ sind, können uns auf unserer spirituellen Reise vorwärts bringen – sie müssen nicht unterjocht oder zerstört, sondern können in unseren Weg integriert werden.

Praktiken und Glaubensansätze

Obwohl der Buddhismus gemeinhin als Religion bezeichnet wird, wird Buddha weder als Gott noch als übernatürliches Wesen angesehen. Er ist vielmehr eine Person, die es geschafft hat die Wahrheit zu erkennen und damit die Erleuchtung zu erlangen. Unter Erleuchtung versteht man auch kein transzendentes Konzept außerhalb unserer Welt, sondern die Erkenntnis, dass unterhalb unserer Unwissenheit Glückseligkeit zu finden ist.

Die 4 Hauptschulen des tibetischen Buddhismus (mehr dazu weiter unten) betonen die Bedeutung der drei Drehungen des Rades der Lehre. Das Dharma (=die Lehre) bezieht sich auf die Lehre des Buddha, die er nach seiner Erleuchtung weitergegeben hat, während die drei Drehungen sich auf die Phasen der buddhistischen Traditionen im Lauf der Geschichte beziehen. Die erste Drehung bezeichnet man meist als „Hinayana“ oder „kleines Fahrzeug“: In dieser Tradition legt man das Hauptaugenmerk auf die Zähmung des eingenen Geistes. Gerne wird diese Schule auch Theravada genannt und wird vor allem in Burma und Thailand praktiziert. Später hat sich die „Mahayana“-Tradition bzw. das „große Fahrzeug“ entwickelt, die sich mehr auf die Praxis des Mitgefühls, um allen Wesen Nutzen zu bringen, konzentriert. Zen und der tibetische Buddhismus stehen in dieser Tradition.

Das besondere aber am tibetischen Buddhismus ist die dritte Drehung des Rads der Lehre: das “Vajrayana” oder „unzerstörbare Fahrzeug“. Die Lehren des Vajrayana werden nur von einem speziellen Lehrer gelehrt, denn diese Praktiken sind geheim und werden nur jenen Menschen weitergegeben, die entsprechend darauf vorbereitet wurden. Die Vajrayana-Praktiken sind tantrische Lehren und beginnen mit sogenannten „ngondro“-Praktiken, die Niederwerfungen, Mantra-Rezitationen, Mandala-Formationen und Visualisierungen umfassen. Danach folgt „Sadhana“, eine längere Praxis, die noch tiefer in die tantrische Lehre geht. Der tantrische Pfad wird oft als zweckmäßig bezeichnet, weil man in seinen Meditationen auf den herausfordernden Aspekten des Lebens meditiert und sie damit zu einem wichtigen Bestandteil seines spirituellen Wegs zur Erleuchtung macht.

Die 4 Schulen des tibetischen Buddhismus

Nyingma
Natürlich führen alle tibetischen Schulen ihre Wurzeln auf Buddha selbst zurück, trotzdem aber haben alle ihre spezielle Geschichte. Die Schule der Nyingma ist die erste Schule des tibetischen Buddhismus, die von Anhängern von Padmasambhava gegründet wurde. „Nyingma“ kann mit „alt“ übersetzt werden.
Die Nyingma-Schule ist eine Yogi-ähnliche Tradition, die aus losen Strukturen von Lehrern und Anhängern besteht – ganz im Gegensatz zu den monastischen Systemen, die erst später aufgekommen sind. Eine Besonderheit der Nyingma sind die „verborgenen Schätze“ oder „Terma“. Padmasambhava und seine engsten Schüler und Schülerinnen versteckten hunderte von Texten, Ritualgegenständen und Reliquien an geheimen Orten, um die Lehren des Buddhismus vor der Zerstörung durch dem Buddhismus feindlich Gesinnte zu bewahren.

Kagyu
Die Kagyu Schule führt ihren Ursprung zurück auf den indischen Yogi Tilopa (988-1069). Wie viele andere bedeutende Figuren der Kagyu hatte er ein schwieriges Leben, tagsüber stampfte er Sesam zu Öl und abends führte er Freier zur Prositutierten Dharima, die als wichtige Wegbereiterin in seinem Leben gilt. Er war ein glühender Praktizierender, der den Weg zur Erleuchtung fand. Tilopa entwickelte ein Meditationssystem, das als „Mahamudra“ oder „großes Siegel“ bekannt wurde und an seinen Schüler Naropa weitergegeben hat. Marpa, ein schwerer Trinker aus Tibet, kam, um mit Naropa zu studieren und hat die Lehren mit nach Tibet gebracht. Marpa wurde als Großer Übersetzer bekannt, weil er diese Lehren ins Tibetische übersetzt hat. Milarepa, einer der größten Weisen Tibets, war Marpas Schüler.

Sakya
Oft wird der indische Lehrer Virupa als Gründer der Sakya-Schule angeführt, dessen Lehren an den Tibeter Drokmi Lotsawa Shakya Yeshe (992-1072) weitergegeben wurde, als dieser nach Indien reiste. Drokmi Lotsawa gab seine Aufgaben an Khon Konchok Gyalpo weiter, der ein Kloster aus grauer Erde baute. Daher auch der Name der Schule „Sakya“ = „graue Erde“.

Tsongkhapa

Tsongkhapa

Gelug
Die heute bedeutendste Schule ist die neueste Tradition: Die Gelugpas, dessen bedeutendste Persönlichkeit SH der Dalai Lama. Als Gründer der Schule gilt Tsongkhapa, der im 14. Jhdt. das Kloster Ganden in Tibet gegründet hat. Einer der Schüler von Tsongkhapa wurde später der 1. Dalai Lama. Die Gelug-Schule wird auch als „Schule der Tugendhaften“ bezeichnet, weil sie sehr strenge Regeln haben und die Mönchsdisziplin und das Zölibat hervorheben. Tsongkhapa fasste die Mahayana-Lehren der Philosophen Nagarjuna, Asanga und Dignaga in seinem Werk Lam-rin chen-mo („Große Darlegung des Stufenwegs“) zusammen. Der „Lamrim-Stufenweg zur Erleuchtung“ ist bis auf den heutigen Tag die Grundlage des von den Gelugpa gelehrten Erleuchtungsweges.

 

Verbreitung

Der tibetische Buddhismus wird heute in Indien in Ladakh, Sikkim, Himachal Pradesh, Arunachal Pradesh und in Regionen der Exilgemeinschaften in Indien (bspw. Karnataka, Bihar, Orissa, Asssam), Bhutan, Nepal und Tibet praktiziert. Bis auf Nepal und Tibet führen wir überallhin auch Reisen durch, gerne auch mit Fokus auf tibetischen Buddhismus.




Hindus glauben daran, dass Gott die absolute, formlose und einzige Realität ist: Brahman, das Höchste, die universelle Seele. Brahman ist das Universum und alles in ihm – er hat keine Form und keine Grenzen, ist Realität und Wahrheit. Daher ist der Hinduismus eine pantheistisches Religion (Pantheismus = die Lehre, nach der Gott und das Weltall ident sind). Aber der Hinduismus ist auch eine polytheistische Religion, mit einer Unzahl an Göttern und Göttinen, die Aspekte des einen wahren Gottes personifizieren. Mit der Vielzahl an Göttern kommt eine Vielzahl an Verehrungen und Ritualen – abhängig von Familientraditionen, Gemeinschaften und regionalen Praktiken, die die eine oder andere Gottheit mehr in den Vordergrund stellen.

Die wichtigsten Götter und Göttinnen des Hinduismus

 

… die jedoch nur einen Bruchteil des riesigen hinduistischen Pantheons darstellen:

Brahma, der Schöpfer

Brahma, der Schöpfer

Brahma ist das erste Mitglied der Hindu-Dreifaltigkeit. Er ist der Schöpfer, weil alles im Universium immer wieder aufs Neue erschafft.

Vishnu, der Bewahrer

Vishnu, derBewahrer

Vishnu ist das zweite Mitglied der Hindu-Dreifaltigkeit. Er bewahrt Ordnung und Harmonie im Universum, das in periodischen Abständen von Brahma erschaffen und von Shiva (für eine neue Schöpfung) zerstört wird. Vishnu wird auf verschiedene Arten verehrt und hat mehrere Avatara (Erscheinungsformen). Vishnu ist ein wichtiger und irgendwie auch sehr mysteriöser Gott. Er ist weniger sichtbar als die Naturgötter, die über die Elemente wachen (wie Feuer und Regen). Er ist der Durchdringer, die göttliche Essenz, die das Universium durchdringt.

Shiva, der Zerstörer

Shiva, der Zerstörer

Shiva ist das dritte Mitglied der Dreiheit. Seine Aufgabe ist die Zerstörung des Universums, denn nur durch ihn kann es auch wieder neu erschaffen werden. Seine zerstörerische Kraft ist also von großer Bedeutung, denn ohne ihn gibt es keine Erneuerung. Hindus rufen ihn meist am Beginn einer religiösen oder spirituellen Unternehmung an. Sie glauben nämlich, dass negative Schwingungen durch die bloße Äußerung seines Namens oder seine Anbetung zerstört werden.

Ganapati, der Beseitiger von Hindernissen

Ganapati – oder auch Ganesha genannt

Ganapati kennt man im Westen meist besser unter dem Namen Ganesha. Er ist der erste Sohn Shivas mit einem Elefantenkopf und nimmt in den Herzen der Hindus einen ganz besonderen Stellenwert ein, weil er der Beseitiger von Hindernissen ist. Wer hat nicht mit Hindernissen in seinen Leben zu kämpfen? Daher gibt es auch in fast allen Hindu-Haushalten zumindest ein Bild oder eine Statue von ihm. Auch in Autos und Lastwägen hängt mein ein kleines Bildchen von ihm.

Rama

Rama – ein Avatar Vishnus

Rama ist ein Avatar Vishnus. Avatare sind „Rettermanifestationen“ einer Gottheit, die zum Himmel hinabsteigen, um dort in irgendeiner Form zu intervenieren oder zu helfen, und das Dharma (die moralische Ordnung) und den Frieden wiederherzustellen. Rama ist einer der 10 Avatare von Vishnu. Er gehört zu den am meisten verehrtesten Göttern des Hinduismus und ist der Held des Epos Ramayana. Er wird als idealer Sohn, Bruder, Ehemann und König dargestellt. Außerdem ist er ein strikter Anhänger des Dharma.

Krishna

Krishna – ein weiterer Avatar Vishnus

Krishna ist ein weiterer Avatar Vishnus und weltweit bekannt. Krishna ist der Lehrer der heiligen Schrift – Bhagavad Gita – und der Freund und Mentor des Prinzen Arjuna im Epos Mahabharata. Für seine Verehrer ist Krishna eine wahre Freude und sein Geschichten voll mit spielerischen Streichen. Er verspricht der Menschheit immer dann zu ihnen hinabzusteigen, wenn das Dharma in Gefahr gerät.

Saraswati, Göttin der Weisheit

Saraswati

Saraswati ist eine Gemahlin Brahmas und wird als Göttin des Lernens, der Weisheit, Sprache und Musik verehrt. Hindus rufen sie insbesondere dann an, wenn sie am Beginn einer intellektuellen Unternehmung stehen. Auch unter StudentInnen steht sie sehr hoch im Kurs, besonders vor Prüfungen.

Lakshmi, die Göttin des Reichtums und Wohlbefindens

Lakshmi – die Göttin des Reichtums und Wohlbefindens

Lakshmi ist die Göttin des Glücks, des Reichtums und des Wohlbefindens. Sie ist die Gemahlin von Vishnu und hat wie er mehrere Manifestionen – als Sita ist sie die Frau von Rama, als Rukmini die Frau von Krishna.

Durga Devi

Durga Devi

Durga Devi ist die mächtige und oft auch erschreckende Göttin, die mit aller Kraft darum kämpft die moralische Ordnung (das Dharma) wieder herzustellen. Während sie ihren Gegenspielern gegenüber schrecklich sein kann, ist sie für ihre Anhänger voller Liebe und Mitgefühl.

Indra, der König des Himmels

Indra, der Herr des Himmels

Indra schwingt einen Donnerkeil und ist ein Beschützer und der Bringer von Regen.

Surya, der Sonnengott

Surya, der Sonnengott

Surya ist ein ein goldener Krieger, der auf einer Kutsche, die von sieben weißen Pferden gezogen wird, ankommt.

Hanuman, der Affenkönig

Hanuman, der Affenkönig

Hanuman spielt auch im großen Hindu Epos Ramayana eine Rolle. Er wurde zur Gottheit, indem er Rama (Avatar von Vishnu) in unzählingen Ereignissen mit Kraft, Hingabe und Mut förderte.

 




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Der Hinduismus ist die wichtigste Religion Indiens und die drittgrößte Religion unserer Erde mit rund 1 Milliarde Anhängern. Da der Hinduismus mit seinen vielen Richtungen, Göttern und großen Philosophien aber Nicht-Hindus auch überfordert, haben wir uns daran gemacht, die wichtigsten Fakten der Religion möglichst einfach zu erklären.

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Woran Hindus glauben

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Der Hinduismus ist keine organisierte Religion, die nur einen systematischen Zugang zur Lehre und seinem Wertesystem hat. Auch haben Hindus kein einfaches Set an Regeln, die sie zu befolgen haben – wie bspw. die 10 Gebote der Christen. Lokale, regionale und mit dem Kastenwesen in Zusammenhang stehende Praktiken sorgen darüber hinaus für eine Unzahl an Interpretationen innerhalb des hinduistischen Glaubens.

Trotzdem gibt es eine Basis, die alle Hindus miteinander verbindet: Der Glaube an ein Höchstes Wesen und die Prinzipien Wahrheit, Dharma und Karma. Auch gelten prinzipiell für alle Hindu-Schulen die Veden – die heiligen Schriften – als Basis und Definition des Hinduismus, wenngleich es von ihnen unterschiedliche Auslegungen gibt.

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6 verbindende Prinzipien des Hinduismus

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Die Wahrheit ist ewig

Hindus gehen davon aus, dass es so etwas wie eine ewig gültige Wahrheit gibt, der man zu folgen hat. Entsprechend der Veden (den heiligen Schriften) gibt es eine allgemeingültige, ewige Wahrheit, die allerdings von Weisen unterschiedlich ausgedrückt werden kann.

spaceromBrahman ist real und die Wahrheit

Hindus glauben an Brahman als Höchstes Wesen, das jedoch formlos, endlos, alles umfassend und ewig ist. Trotzdem ist Brahman kein abstraktes Konzept, sondern eine reale Einheit von all dem, das im Universum existiert (sichtbar und unsichtbar). Folglich ist der Hinduismus, nicht wie gerne im Westen erklärt, ein Vielgötterglaube. Über allen hinduistischen Göttern steht Brahman!

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Die Veden sind die ultimative Autorität

Die Veden sind die dem Hinduismus zugrunde liegenden Schriften, die Offenbarungen großer Heiliger und Weisen beinhalten. Hindus glauben daran, dass die Veden ohne Anfang und Ende sind: auch wenn alles im Universum zerstört sein wird, werden die Veden bestehen bleiben.

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omJeder sollte danach streben Dharma zu erreichen

Das Konzept des Dharma ist unabdingbar, um den Hinduismus zu verstehen. Allerdings gibt es kein einfaches deutsches (oder auch englisches) Wort, das es kurz und bündig erklärt. Dharma kann als richtiges Verhalten, Gerechtigkeit, moralisches Gesetz und Pflicht beschrieben werden. Jemand, der das Dharma für sein Leben anwendet, strebt danach das Richtige nach seinen eigenen Fähigkeiten und Pflichten zu tun.

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Die Seele eines Individuums ist unsterblich

Ein Hindu glaubt daran, dass die Seele eines Individuums (=atman) weder geschaffen noch zerstört wird: sie war, ist und wird immer sein. Die Handlungen einer Seele, während sie in einem Körper wohnt, wird Auswirkungen ihre nächsten Leben – in neuen Körpern – haben. Der Prozess des Übergangs der individuellen Seele von einem Körper zum nächsten nennt sich Transmigration. Welchen neuen Körper eine Seele bekommt, hängt vom Karma (= Handlungen, die in früheren Leben angesammelt wurden) ab.

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Das Ziel einer individuellen Seele ist Moksha

Moksha ist die Befreiung und das erklärte Ziel einer individuellen Seele: Die Befreiung der Seele aus dem Kreislauf von Tod und Wiedergeburten (=Samsara) und die Vereinigung mit Brahman, indem man seine wahre Natur verstanden hat. Es gibt verschiedene Pfade, die zur Wahrheitsfindung und damit zur Vereinigung mit Brahman führen: Der Pfad der Pflicht, der Pfad des Wissens und der Pfad der bedingungslosen Hingabe.

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Wer den Buddhismus gar nicht kennt, tut sich oft schwer mit den Erklärungen, die man in Büchern und online findet. Oft driften die Diskurse ins Hochphilosophische ab und die Fragezeichen über den Köpfen vervielfachen sich. Doch eigentlich ist der Buddhismus eine Religion, dessen Grundzüge ganz einfach zu verstehen sind. Nur mag es jemanden, der/die tief in der Religion verwurzelt ist, oft schwer fallen die Basics zu vermitteln. Wir starten mit diesem Beitrag einen Versuch den Buddhismus ganz einfach zu erklären. Damit man auf einer Reise in eine buddhistische Destination zumindest mal die Essenz verstanden hat.

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Buddhismus – die Basics

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Religionsgründer Siddharta Gautama

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Der Anfang des Buddhismus ist auf Siddharta Gautama, dem historischen Buddha, zurückzuführen, der 563 v. Chr. in Lumbini, im heutigen Nepal, geboren wurde. Er entstammte einer Adelsfamilie und hätte in Reichtum leben können, entschied sich aber dazu, dem Hof den Rücken zuzukehren, und sich auf die Suche nach der Wahrheit zu begeben. Auslöser für die Sinnsuche war die Konfrontation mit den Leiden des Lebens (Altern, Krankheit, Tod und Schmerz) und der Frage, warum es diese geben musste und wie es möglich war ihnen zu entfliehen. Der Legende nach unterzog er sich verschiedensten extremen Praktiken der damaligen spirituellen Lehrer, bekam jedoch keine Antwort. Schließlich aber wandte er sich von Extremen ab und entwickelte die Meditationspraxis des mittleren Wegs. Unter einer Pappelfeige erfuhr er schließlich die Wahrheit, die er in Folge bis zu seinem Tod 483 v. Chr. lehrte. Die Pappelfeige wurde danach Bodhi-Baum – Baum der Erleuchtung – und Siddharta Buddha – der Erleuchtete – genannt.

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Die Essenz der buddhistischen Lehre

Die beiden wichtigsten Elemente der buddhistischen Lehre sind die Vier Edlen Wahrheiten und der Achtfache Pfad.

Die Vier Edlen Wahrheiten sind:

  1. Die edle Wahrheit über das Leiden
  2. Die edle Wahrheit über die Entstehung des Leidens
  3. Die edle Wahrheit über die Beendigung von Leiden
  4. Die edle Wahrheit über den Achtfachen Pfad, der zur Beendigung des Leidens führt.

Hört sich verdammt komisch an, oder? Aber eigentlich ist es simpler als man meinen mag:

  1. Es gibt Leiden. Geburt steht in Zusammenhang mit Schmerzen, das Altern ist mit Leiden verbunden, Krankheit selbstverständlich auch, Verlust, der Tod und und und. Dh die 1. Wahrheit sagt nur – es gibt Leid in unseren Leben. Das ist ein Fakt, also eine Wahrheit.
  2. Es gibt für jedes Leiden auch einen Ursprung. Das kann zum Beispiel das Verlangen sein. Wir wollen etwas, verlieren es eventuell (weil nichts von Dauer ist) und sind dann traurig darüber, dass wir es verloren haben. Unwissenheit ist auch ein Grund für Leiden. Dh die 2. Wahrheit sagt nur – es gibt auch einen Grund für das Leiden.
  3. Wenn wir es schaffen, die Wurzel des Leids auszulöschen, schaffen wir es auch Leid aufzuheben. Einfaches Beispiel: Wenn ich auf Besitz verzichte, kann ich nicht traurig darüber sein, wenn ich etwas verliere oder mir etwas weggenommen wird. Dh die 3. Wahrheit sagt – wenn du es schaffst, die Ursache des Leids zu beheben, gibt es auch das Leid nicht mehr.
  4. Die vierte Wahrheit beschreibt den Achtfachen Pfad, der eine praktische Anleitung dafür ist, wie man die Ursachen des Leids aufheben kann.

Der Achtfache Pfad

  1. Rechtes Erkennen: Erkennen der Wahrheit der 4 Edlen Wahrheiten und des Achtfachen Pfads
  2. Rechtes Denken: Die Qualität seiner Gedanken lenken – die sollen ohne Habgier, hasslos in der Gesinnung und großzügig sein
  3. Rechtes Reden: meidet Lüge, Verleugnung, Beleidigung und Geschwätz
  4. Rechtes Handeln: vermeidet Töten, Stehlen und sinnliche Ausschweifungen
  5. Rechter Lebenserwerb: Man verzichtet auf einen Beruf, der anderen Lebewesen schadet bzw mit dem Achtfachen Pfad nicht vereinbar ist (Bsp: Handel mit Waffen, Drogen, Schlachten von Tieren …)
  6. Rechtes Streben: das Bemühen Begierde, Hass, Zorn, Ablehnung zu kontrollieren und zu zügeln
  7. Rechte Achtsamkeit: es geht um das Bewusstmachen der körperlichen Funktionen (Atmen, Gehen …) als auch der Geistesregungen
  8. Rechtes Sich Versenken: ganz einfach – Meditation

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Karma, Samsara & Nirvana

Im Buddhismus spielen die Themen Karma, Samsara & Nirvana eine essentielle Rolle. Doch was bedeuten sie eigentlich?

Karma = das zentrale Konzept des Buddhismus, demzufolge jede Handlung – egal ob körperlich oder mental – auch eine Folge hat. Eigentlich doch verdammt logisch, oder? Wenn ich einen Stein anrolle, löse ich damit auch etwas aus. Es ist im Buddhismus einfach ganz wichtig, sich dessen auch bewußt zu werden, denn erst dann versteht man, dass jede kleine Handlung von mir in einem größeren Zusammenhang gesehen werden muss. Folglich hält mich der Buddhismus auch dazu an, meine Handlungen zu überdenken. Die Absicht ist in Bezug auf das Karma-Konzept des Buddhismus von größter Bedeutung – nur Handlungen, die mit Absicht (gut oder böse) vollzogen werden, zählen. Beispiele: Wenn ich unabsichtlich auf eine Ameise steige und sie töte, ist es auch karmischer Sicht etwas vollkommen anderes, als wenn ich mit Absicht auf sie trete und töte. Auch ein Mensch, der Gutes in schlechter Absicht tut, bekommt für seine guten Taten keine „Karma-Pluspunkte“, andererseits auch keine „Karma-Minuspunkte“, wenn er Schlechtes in guter Absicht tut. Verstanden?

Samsara = Kreislauf der Wiedergeburten, der auch ganz eng in Zusammenhang mit dem Karma zu sehen ist. Mein Karma „entscheidet“ darüber, wie ich wiedergeboren werde, oder besser gesagt, ich selbst entscheide mit meinen Handlungen, wie und ob (siehe nächster Punkt) ich wiedergeboren werde. Buddhisten (als auch Hindus) glauben an die Wiedergeburt, an den Kreislauf des Seins, der aber auch im Zusammenhang mit Leid gesehen werden muss, dh ein Buddhist/Hindu sieht die fortwährende Wiedergeburt als leidvoll. Und das bringt uns zum nächsten Punkt:

Nirvana = Austritt aus dem Kreislauf der Wiedergeburten und das erklärte Ziel im Buddhismus. Nur jemand, der die Wahrheit erkannt hat, erleuchtet und zum Buddha wurde, kann ins Nirvana eingehen.

Buddha kann übrigens jeder werden, und ist kein übergeordneter Gottbegriff. Jeder von uns trägt das Samenkorn der Buddhaschaft in sich und damit hebt sich der Buddhismus von den meisten anderen Religionen dieser Welt ab. Denn es wacht niemand von oben herab über uns und steuert unsere Schicksale, wir selbst sich die Steuermänner/-frauen unseren Lebens und die buddhistische Lehre ist die Landkarte, die uns bei der Orientierung hilft. Deshalb meinen auch viele, der Buddhismus sei keine Religion, sondern eine Lebensphilosophie.

Übrigens: Eine der schönsten Aussagen Buddhas unserer Ansicht nach ist die, dass man keiner Lehre blind folgen, sondern sie prüfen und als wahr und recht befinden soll. Würden alle das machen, würden sich viele Probleme von heute von allein lösen.

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Alles Böse zu vermeiden, das Gute zu kultivieren und seine Gedanken zu reinigen – das ist die Lehre Buddhas.

So einfach und simpel wird der Buddhismus auch nochmal in einem Satz im Dhammapada, einer Sammlung von Sprüchen und Aussagen Buddhas, erklärt.
Noch Fragen?

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