Am 18. Juli 2018 habe ich meinen ersten 6.000er bestiegen. Er war schon seit längerer Zeit auf meiner To-Do-Liste und trotzdem habe ich mich immer wieder gedrückt, weil mir bewusst war, dass es kein Zuckerschlecken werden würde. Heuer aber bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe es geschafft. Hier mein persönlicher Erfahrungsbericht.

 

Den inneren Schweinehund besiegen

oder

Mein erster 6.000er

von Daniela Luschin-Wangail

 

Das erste Lager in Rachung Karu auf 4.900m. Der morgige Pass – Kyamamuri La – im Hintergrund.

 

Warum tu ich mir das eigentlich an? Wieso mich quälen? Wem muss ich was beweisen? Warum den schwierigen Weg nehmen, wenn es auch einfacher geht? Fragen wie diese kreisten am Vorabend der geplanten Besteigung des Dome Peak (6.050m) im Changthang, Ladakh, in meinem Kopf herum. Ich gab mir die Antwort. Du musst nicht! Du musst niemandem etwas beweisen! Du kannst auch den einfachen Weg gehen. Und trotzdem tat ich es.

Wir sind umgeben von Schafen, Ziegen, Yaks und ihren Besitzern, den tibetischen Nomaden.

Ich bin keine Bergsteigerin, keine extreme Sportlerin. Ich laufe regelmäßig, ich gehe gerne, aber viel zu wenig wandern, weil mir die Zeit dazu einfach zu oft fehlt, ein wenig radfahren, ein wenig schwimmen. Mehr mache ich nicht. Meine Kondition ist gut. Das liegt auch an meinem Sturschädel, denn wenn ich mir einbilde etwas zu schaffen, dann krieg ich das meistens auch hin. Der 6.000er steht bereits seit einer Weile auf meinem Plan. Den ersten Roman hab ich erledigt, der zweite ist in Arbeit. Jetzt galt es mir was Neues zu beweisen. Ich bin ruhelos und das Leben ist kurz. Manchmal bin ich mir selbst zu anstrengend. Angmo, unsere Bergführerin, hat sich bereit erklärt mich zu begleiten. In Frauenbegleitung fühle ich mich gleich um einiges wohler, da hab ich das Gefühl mich weniger beweisen zu müssen (wenngleich das sowieso lächerlich ist).

Also machten wir uns auf den Weg. Zuviel Zeit außerhalb von Leh konnte ich arbeitsbedingt nicht verbringen, also mussten wir es knapp anlegen. Über den 5.400m hohen Taglang La ging es von Leh aus mit dem Auto zum Salzsee Tsokar und von dort weiter über Nuruchan über eine kaum befahrene Jeep-Piste nach Rachung Karu auf einer Höhe von 4.900m. Erstes Nachtlager im Zelt. Umgeben von tibetischen Nomaden mit ihren Schaf-, Yak- und Ziegenherden. Ein Traum. Ich liebe die nomadische Lebensweise seit jeher, bewundere die Leichtigkeit mit der sie ihr strapaziöses Dasein in den kargsten Winkeln dieser Erde meistern. Das Blöken, Grunzen, Bellen ihrer Tiere und das Rauschen des Gletscherbaches wiegen mich schnell in den Schlaf. Ohne Kopfschmerzen oder andere höhenbedingte Symptome geht die Nacht vorüber.

Kaffee und Yaks zum Aufstehen. Was will man mehr?

Um sechs Uhr bringt uns Stanzin, unser Koch, Kaffee und Tee zum Zelt. Schöner kann man nicht geweckt werden. Diesen Luxus, hier draußen in luftiger Höhe, genieße ich. Dann frühstücken – der Körper braucht für die heute anstehende Wanderung nach Gyama, in unser Basislager, etwas Energie. Zelt abbauen (das bleibt unseren Gästen erspart, die können gleich nach dem Frühstück losgehen), Rucksack mit Wasser und etwas Wegzehrung befüllen und los geht es. Direkt vom Zeltlager geht es bergauf. Der Kyamamuri La mit 5.410m muss gequert werden. Trotzdem ich schon eine Woche in Ladakh bin, merke ich die Höhe, sie zehrt am Niederungen gewöhnten europäischen Körper. Nach wenigen Schritten bleibt die Puste weg. Einatmen, ausatmen, langsame Schritten, dazwischen Verschnaufpausen, den Puls wieder normalisieren. Für 500 Höhenmeter braucht man hier seine Zeit, wenn man noch nicht akklimatisiert ist. Ich beneide die Hirten, die beschwingt mit ihren Herden die Hügel bergauf huschen als wäre es ein Zuckerschlecken. Aber irgendwann schaffe auch ich es, bin oben, bei den Gebetsfahnen, die das Ziel flatterend und bunt markieren. Das erste Ziel nur. Denn ein zweiter Pass steht heute noch am Plan. Doch erst eine Weile über die Hochebene von Gyama Barma wandern. Das geht flott, voller Energie, ich liebe das Gehen über weite Strecken, das tibetische Hochplateau kommt mir da sehr entgegen. Der Anstieg auf den Kartse La fällt schon leichter, wenngleich es noch immer kein nomadengleiches Hochlaufen ist. Wieder runter und Ankunft am Ziel, am rund 5.100m Schlafplatz für diese Nacht, in Gyama.

Der erste Pass auf unserer Route – der Kyamamuri La – hat mir einiges abverlangt

Ich hab es gut gemeistert, der Pferdemann nickt wohlwollend und meint, ich wäre ja flott unterwegs gewesen und das obwohl er mich gestern  noch „Abi“ (Großmutter) genannt hat. Wir Europäer sehen für die Einheimischen viel älter aus als wir sind. Mit meinen 41 Jahren fühle ich mich noch nicht als Abi, aber auch nicht mehr als Nomo (junges Mädchen). Ein Ache (große Schwester) oder zumindest Ane (Tante) hätte ich angebrachter gefunden. Ich streichle mein verletztes Ego.

Unser morgiges Ziel liegt uns nun zu Füßen. Sieht ja wie ein Hügel aus, denk ich mir, in Österreich wär das ein gemütlicher Sonntagsausflug. Aber ich weiß, dass es gut 1.000 Höhenmeter Aufstieg sind und in Anbetracht der Tatsache, dass die beiden Pässe heute doch recht anstrengend für mich waren, beginne ich zu zweifeln. Auch plagt mich ein penetrantes Klopfen in den Schläfen. Die Höhe macht sich nun deutlich bemerkbar. Wenn ich morgen noch immer Kopfschmerzen habe, lassen wir das mit der Besteigung, meine ich zu Angmo, und bin insgeheim ein klein wenig froh, so einen kleinen Ausweg zu haben mir die Gipfelbezwingung doch zu ersparen.

Abendstimmung in Gyama, 5.100m

Den verbleibenden Nachmittag verbringen wir mit dem Einsammeln von Müll, den andere hinterlassen haben. Noch immer hat es sich nicht rumgesprochen, dass Müll, der nicht kompostierbar ist, wieder mit zurück genommen werden soll. Dann ein paar Runden lokaler Kartenspiele mit Angmo und Stanzin und das letzte Abendmahl – leckere Momo und Chowmein. Der Bauch ist gefüllt, der Kopf weniger pochend, die Sonne verschwunden. Ab ins Zelt, rein in den Schlafsack und auf frische Energien hoffen, die einem während des Schlafs geschenkt werden. Der Wecker hätte um 5 Uhr geläutet, doch ich war schon gegen 4 Uhr wach und lauschte dem eifrigen Werken von Stanzin, der um diese Uhrzeit bereits den Kerosinkocher angeworfen hat, um uns ein Frühstück und ein Lunchpaket zu bereiten. Das Zelt aussen ist leicht angefroren, die Temperaturen damit am Gefrierpunkt, doch die Sonne lacht bereits über die Berge und streitet mit den Wolken um die Vorherrschaft. Das Wetter scheint perfekt. Der blöde Hügel, der über 6.000m hoch sein soll, grinst mich schelmisch an. Ich wage es. Und wenn ich nur 500m schaffe, dann lass ich es eben und wir gehen über die normale Trekkingroute nach Korzok Phu, dem Abholungspunkt für heute.

Nach dem Frühstück geht es los. Bergauf. Ich bin noch müde, meine Füße brauchen immer etwas, um wach zu werden. Wir gehen 20 Schritte und holen Luft, dann 30, dann 40, dann 50. Wir bleiben bei den 50 Schritt-Abständen bis ich etwas in Schwung gekommen bin und machen mit 70 Schritten weiter. Ich blicke während des Gehens nicht bergauf, das demotiviert und frustriert mich. Noch immer soviel vor mir. Nach einer Weile und rund 500 Höhenmetern beschließe ich, dass es kein Zurück mehr gibt. Ich bin eine effiziente Logistikern. Jetzt umzudrehen wäre mehr anstrengend als weiter zu gehen. Kommt nicht in Frage. Ich finde mein Tempo – ein schneckengleiches – und brauche kaum noch Pausen. Meditationsgleiches Gehen und Atmen, stetig und beruhigend. Wenn wir halten schauen wir nach oben. Da oben scheint er zu sein, der Gipfel, der Höhepunkt. Nur noch ein wenig. Und wir gehen wieder, kommen dort an und müssen erkennen, dass es doch noch weitergeht, der Höhepunkt nochmal höher liegt. Das Spiel wiederholt sich. Es frustriert ein wenig, doch ich gebe nicht auf. Er muss da wo sein, allzu weit kann es nicht mehr sein. Die Geröllfelder mehren sich, sie machen den Aufstieg nicht leichter. Schnee bleibt uns wegen des milden Winters auf unserer Route erspart, der versteckt sich auf der anderen Seite des Berges. Und tatsächlich nach etwas mehr als drei Stunden Aufstieg sind wir oben angekommen. Ein unspektakuläres Oben, das nicht spitz und ausgesetzt, nein, vielmehr weit und flach und so gar nicht abenteuerklischeehaft gipfelmäßig ist. Wurscht! Ich bin am höchsten Punkt meines Lebens und der Ausblick hat sich gewaschen, ein 6.000er nach dem anderen, Gletscher, und ein göttergleiches Hinabblicken auf die Welt darunter. Ich fühle mich wie im siebten Himmel! Wir grinsen, schlagen ein und sind dankbar. Foto-Klick-Foto-Klick! Der Triumph muss festgehalten werden. Angmo besteht darauf hier nicht zu lange zu bleiben, sondern etwas hinabzusteigen, um ein wenig zu essen. Der Abstieg wird noch einiges an Zeit in Anspruch nehmen.

Eine kleine Pause auf ca. 5.700m

Gesagt, getan. Wir futtern Nüsse, Rosinen, Eier und trinken unter einem kleinen windgeschützten Felsvorsprung gut 50m unterhalb des Gipfels. Ich fühle mich noch immer engelsgleich und grinse vor mich hin. Angmo und ich einigen sich darauf eine vermeintliche Abkürzung zu nehmen. Sie kennt die Route zwar nicht, aber ich bin risikofreudig und möchte in jedem Fall einen weiteren Aufstieg vermeiden. 1.000 Höhenmeter bergauf reichen. Wir sind uns einig.

Wir beschließen die Berghänge schräg bergab zu queren, um schließlich nach Korzok Phu zu kommen. Doch die Hänge sind extrem geröllig, wir queren über Stunden Steinfelder, die immer wieder ins Rutschen kommen und das Gehen erfordert extreme Konzentration. Dagegen war der Aufstieg richtiggehend leicht, scherze ich mit Angmo. Ich merke erste Blasen an den Füßen, aber wir sehen das Ziel und den tiefblauen Tsomoriri-See vor uns, bleibe also hoffnungsvoll. Die Strecke zieht sich, wir sind beide müde. Am Ende eines Bachbettes machen wir noch einmal Pause und essen etwas, riesige Ziegenherden beobachten uns blökend und scheinen uns auszulachen. Ja, wir wissen es, wir hätten den normalen Weg gehen sollen. Danke vielmals fürs uns ins Lächerliche ziehen.

Der Weg zum Tsomoriri scheint so nah … doch der Abstieg ist mühsam.

Nach rund acht Stunden Gehzeit haben wir es geschafft. Ankunft in Korzok Phu und ziemlich zeitgleich kommt auch unser Taxi an und bringt uns retour nach Leh (nachdem wir in Korzok noch eine glutamathältige Maggie-Suppe mit einer Cola gierig zu uns genommen haben). Abenteuer erledigt. Ich habe Appetit bekommen und weiß jetzt, wie ich meinen inneren Schweinehund besiegen kann und dass ich nicht zuletzt auf einem 6000er war. Ein wenig spinne ich über eine Expeditionsreise für Frauen in den kommenden Jahren, die ich vielleicht, vielleicht gemeinsam mit Angmo führen werden. 😉

 




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Das neue Jahr ist da. Wir sind voller Vorfreude auf das, was es bringen wird. Und doch haben wir noch einmal zurück gesehen und dabei unsere Top 10 Reisen gekürt. Diese 10 Reisen wurden 2016 am öftesten auf unserer Homepage geklickt, gelesen und gebucht. Danke dafür!
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Unsere beliebtesten Reisen des Jahres 2016

 

Platz 10

Nomade auf Zeit
Trekking zum Tsomoriri-See

Die eindrucksvolle Trekkingtour führt über die tibetische Hochebene, vorbei am Salzsee Tsokar, durch traditionelle Sommerlager der Nomaden zum tiefblau schimmernden Tsomoriri See.
Gegen Terminanfrage auch für Einzelpersonen  möglich.
Beste Zeit: Ende Juni bis Mitte September
Diese Reise wird 2017 auch als Gruppenreise durchgeführt!

mittel – fordernd


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Platz 9

Ladakh & Goa
Winter in Ladakh & Strand in Goa
ladakh&goa

Eine Reise nach Ladakh im Winter ist etwas ganz Besonderes. Klosterfeste, mögliche Begegnungen mit Schneeleoparden und wandern, wo kaum Touristen unterwegs sind. Zum Aufwärmen geht es am Ende nach Goa zum Entspannen am Strand. Gerne auch für Einzelpersonen.
Beste Zeit: November-März
Diese Reise wird 2017 auch als Gruppenreise durchgeführt!

einfach


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Platz 8

Im Schatten des Bergriesen
Trekking zum Goeche La

Ein Berg ist es, der Sikkim überragt, der alles überschattet. Der Kanchendzonga, der dritthöchste Berg der Welt. Das Dzongri-Trekking dieser Reise steht im Zeichen dieses Bergriesen und beim Goeche La bist du zu seinen Füßen.
Beste Zeit: Oktober-Dezember
Diese Reise wird 2017 auch als Gruppenreise durchgeführt!

mittel – fordernd


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Platz 7

Kultur & Wandern in Sikkim
Kulturerleben & Tageswanderungen

Diese Reise ist ideal zum Kennenlernen des ehemaligen Königreichs Sikkims und der Kolonialstadt Darjeeling. Schöne Unterkünfte verbunden mit den eindrucksvollsten Kulturstätten und reizvollen Wanderungen.
Gegen Terminanfrage auch für Einzelpersonen möglich
Beste Zeit: März-Mai & Oktober-Dezember
Diese Reise wird 2017 auch als Gruppenreise durchgeführt!

einfach


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Platz 6

Der Himmel der Nomaden
Trekking & Expedition im Changthang
(c) Markus Brixle

Diese Tour bringt dich hoch hinaus: Die 9-tägige Trekkingtour führt durch das tibetische Hochplateau, wo die durchschnittliche Höhe über 4.500m liegt. Und dann geht es auch noch auf einen 6.000er.
Gegen Terminanfrage auch für Einzelpersonen buchbar
Beste Zeit: Juli-September
Diese Reise wird 2017 auch als Gruppenreise durchgeführt!

mittel – fordernd


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Platz 5

Ladakh, Spiti & mehr
Über den Himalaya
(c) Barbara Esser

Ausgangspunkt der Trekkingtour ist der Tsomoriri-See. Sie führt über den knapp 5.600m hohen Parang Pass ins malerische Spiti.
Gegen Terminanfrage auch für Einzelpersonen möglich
Beste Zeit: August-September
Diese Reise wird 2017 auch als Gruppenreise durchgeführt!

mittel – fordernd


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Platz 4

Markha-Trek
Ladakhs Klassiker
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Der Markha-Trek ist einer der bekanntesten und populärsten Treks Ladakhs. Aus guten Gründen – zum einen ist er durch seine Nähe zu Leh leichter erreichbar und die Kosten sind somit niedriger, zum anderen ist er durch seine vielfältige Landschaft und die pittoresken Dörfer wirklich schön.
Gegen Terminanfrage auch für Einzelpersonen möglich
Beste Zeit: Juni-September
Diese Reise wird 2017 auch als Gruppenreise durchgeführt!

mittel


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Platz 3

Basics of Ladakh
Kulturreise mit Tageswanderungen
lamayuru

Die Einstiegsreise für Ladakh-Neulinge, die in relativ kurzer Zeit die klassischen Highlights Ladakh zeigt, trotzdem aber mit Geheimtipps nicht spart. Eindrucksvolle Wanderungen runden das Programm ab.
Gegen Terminanfrage auch für Einzelpersonen möglich
Beste Zeit: Juni-Oktober
Diese Reise wird 2017 auch als Gruppenreise durchgeführt!

einfach


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Platz 2

Stok Kangri in 2 Wochen
Expedition auf einen 6000er
(c) Barbara Esser

Diese Tour bereitet in nur kurzer Zeit mit aufbauenden Wanderungen und einer kurzen Trekkingtour im Vorfeld ideal auf die Besteigung des Stok Kangri vor.
Gegen Terminanfrage auch für Einzelpersonen möglich
Beste Zeit: Juli-September
Diese Reise wird 2017 auch als Gruppenreise durchgeführt!

fordernd


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… AND THE WINNER IS

PLATZ 1

Trekking und Kultur in Zanskar
Eine gute Mischung aus Kultur & Trekking
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Eine gute Kombination aus Kulturerlebnis und zwei eindrucksvollen Trekkingtouren in Zanskar mit Besuch des atemberaubenden Felsenklosters Phuktal. Der Ausklang der Reise ist wahlweise in Srinagar oder Leh.
Gegen Terminanfrage auch für Einzelpersonen möglich
Beste Zeit: Juli-September

NATÜRLICH AUCH ALS GRUPPENREISE VERFÜGBAR!

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Nubra ist der nördlichste Teil Ladakhs mit Grenzen zu Pakistan und China. In vielerlei Hinsicht hat Nubra für Reisende einiges zu bieten – aber wer hin will, muss erst mal über einen der beiden 5.000er-Pässe. 

 

Allgemeine Facts über Nubra

Nubra ist einer der drei Tehsils (einer Verwaltungseinheit in Indien und Pakistan) des Bezirks Leh. Geografisch gesehen wird es von zwei großen Flüssen bestimmt – dem Nubra-Fluß, der gleichzeitig Namensgeber ist, und dem Shyok (gelegentlich auch Shayok geschrieben). Die beiden vereinen sich bei der Distriktshauptstadt Diskit in einer gewaltigen Flusslandschaft. Die beiden Gebirge, die Nubra bestimmen, sind der Karakorum und die Ladakh Range des Himalaya. Nubra liegt auf durchschnittlich 3.000m und ist damit niedriger als die meisten Regionen in Ladakh.

Nubra (c) Josef Reifenauer

Eine tpyische Oasenlandschaft in Nubra (c) Josef Reifenauer

 

Anreise

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Straße von Nubra nach Leh. Foto: Roland Amon

Wer nach Nubra will, egal ob zu Fuß oder im Taxi/Bus, muss über einen 5.000er-Pass. Der bekannteste unter ihnen ist der Khardong La (auch Khardung La geschrieben), der lange Zeit als der höchste befahrbare Pass der Welt galt – mit gewaltigen 5.600m. Doch mittlerweile hat sich längst ausgestellt, dass man hier bei der Höhe etwas gemogelt hat und der Pass eigentlich „nur“ 5.360m hoch ist. Alternativ gibt es eine Einreisemöglichkeit über den ungefähr gleich hohen Wari La, allerdings ist er für das Militär weniger bedeutend, folglich wird nicht versucht ihn ganzjährig offen zu halten und er öffnet auch erst verhältnismäßig spät. Gemeinsam haben sie auch den ziemlich anstrengenden Straßenzustand vor und nach dem Pass – wobei er in Zukunft beim Khardong La besser sein wird, da man laufend an Verbesserungen arbeitet.

Die Fahrtzeit im Taxi über den Khardong La nach Diskit beträgt ca. 5 Stunden. Über den Wari la sitzt man etwas länger im Auto. Länger kann es immer dauern – wenn bspw. es aufgrund von Sprengungen im Rahmen des Straßenbaus zu Sperren kommt.

Es gibt noch eine weitere Straße, von Nubra nach Durbuk, entlang des Shyok-Flusses, allerdings ist diese für Ausländer gesperrt und meistens den Sommer über nicht passierbar, weil streckenweise überschwemmt.

Im Übrigen: Wer nach Nubra will benötigt eine maximal 7 Tage gültige Innerline-Permit, die man in Leh bei lokalen Reiseveranstaltern beantragen kann. (Bei unseren Reisen sind sie selbstverständlich Teil des Pakets 😉 ). Inzwischen ist es Ausländern erlaubt bis Turtuk und Warshi zu reisen.

 

Diskit (c) Josef Reifenauer

Buddha-Maitreya Statue vor dem Kloster Diskit (c) Josef Reifenauer

 

Nächtigungen & Sightseeing

Wer nach Nubra reist, steht vor der Qual der Wahl. Wo nächtigen? Denn Möglichkeiten gibt es mehrere. Gästehäuser, Hotels und Deluxe Camps finden sich in Diskit, Hundar, Tirith, Sumur, Turtuk und Panamik. Die meisten Nächtigungen verzeichnet Hundar. Auf der neu geöffneten Strecke nach Panamik bis Warshi ist die Infrastruktur noch sehr schlecht und man findet kaum Übernachtungsmöglichkeiten. Auch zwischen Hundar und Turtuk sieht es eher schlecht aus, wenn es um Unterkünfte geht.

Sehenswürdigkeiten gibt es viele. Zum einen ist der südlichere Teil buddhistisch und man kann dort natürlich auch Klöster und Tempel besichtigen. Die beiden größten sind die Klöster Diskit und Samstanling, doch in jedem buddhistischem Dorf findet man kleinere Klöster und Tempel. Ein wunderschönes Highlight ist die Einsiedelei Entsa, die man über die Brücke beim Dorf Panamik erreicht. Sehenswert ist auch der heilige See Tirisha, an dem man bei Vollmond Visionen haben soll. In den meisten Unterlagen zu Nubra werden auch die heißen Quellen von Panamik erwähnt, doch leider sind die alles andere als sehenswert, da sie furchtbar verbaut wurden und keinen guten Eindruck hinterlassen.

 

Trekking & Bergsteigen

Die beiden bekanntesten Trekkingmöglichkeiten sind der Trek von Hundar nach Phyang (die umgekehrte Richtung wird von uns nicht empfohlen, da nur für Leute, die schon sehr gut akklimatisiert sind, empfohlen). Meistens geht man ihn in 4-5 Tagen, allerdings gibt es auch Verlängerungsmöglichkeiten. Höchster Punkt ist der Lasermo-Pass mit 5.400m. (Siehe auch: Welcher Trek in Zanskar & Ladakh passt zu mir? Dort wird auch dieser Trek behandelt).

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Am Lasermo La (5.400m)

Ein anderer Trek führt von Sabu (Nachbarortschaft von Leh) nach Diggar über den gleichnamigen Diggar La. Dieser Trek ist kurz und wird meist in 3-4 Tagen absolviert, ist jedoch durch einen relativ raschen Höhengewinn verhältnismäßig anstrengend.

Weniger bekannt ist der kurze Trek von Tangyer über den Nebuk La (5.380m) nach Durbuk im Changthang.

Es gibt dann noch weitere Trekkingmöglichkeiten, die Hundar mit dem Industal in der Region Sham verbinden – insbesondere mit Saspotse und Ang/Tingmosgang – allerdings sind einige der Trekkingrouten dzt. für Tragtiere nicht passierbar.

Einige andere Trekkingrouten sind aufgrund von Sicherheitsbestimmungen derzeit für Ausländer nicht erlaubt.

Berge gibt es etliche interessante – besonders stechen hier die 7.000er der Saser-Kette (Karakorum) heraus: Saser Kangri I mit 7.672m, Saser Kangri II mit 7.513m und Saser Kangri III mit 7.495m und Saser Kangri IV mit etwa 7.400m.

Dann gibt es noch zwei 7.000er in der Mamostong-Gruppe und Chong Kumdan I (7.071m) und II (7.004m). Ein weiterer 7.000er ist der Aqtash mit 7.016m. Daneben gibt es viele unbestiegene und technisch fordernde 6.000er. ABER: Aufgrund von Bestimmungen der Indian Mountaineering Foundation ist es dzt. nur möglich einen dieser Berge des Eastern Karakorum im Rahmen einer „indo-joint-expedition“ zu besteigen, dh einer gemischt nationalen Expedition, bei der ein Part indischer Herkunft sein muss.

Ausserhalb des östlichen Karakorums gibt es aber auch in der Ladakh-Range mehrere 6.000er, die für Besteigungen in Frage kommen. Für weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung.

 

Falls wir das Interesse nach Nubra in dir geweckt haben, schau dir doch mal die folgenden Reisen an:

 

rad_ladakhUnsere Gruppenreise, die aber auch individuell durchgeführt werden kann

Ladakh: Radfahren und Trekking in Nubra
Multiaktiv-Reise (Radfahren, Trekking und optionale Besteigung des Stok Kangri am Ende);
min. 4 TN/max. 10 TN

Beste Zeit: Ende Juli-September

 

camelTrekking in Nubra
Trekkingtour von Nubra- ins Industal über den 5.400m hohen Lasermo-Pass
In insgesamt 19 Tagen entdeckst du die klassischen Highlights in Ladakh, bevor du nach Nubra aufbrichst, wo nach einigen Tagen das Trekking zurück ins Industal beginnt.
Gegen Terminanfrage auch für Einzelpersonen möglich
Beste Zeit: August-September

 

thikseLadakh: Basics of Ladakh
Kulturreise mit Tageswanderungen und einem Schwerpunkt auf Nubra;
min 4 TN/max 10 TN

Kann auch individuell durchgeführt werden
Beste Zeit: Mai-Oktober

 

Gerne aber bauen wir auch deine ganz individuelle Reise mit Nubra

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Ladakh ist generell eine geniale Destination, wenn es ums Trekken und Bergsteigen geht, aber eine Region innerhalb Ladakhs ist geradezu prädestiniert für diese Aktivitäten: Der Changthang – die Heimat der Nomaden. Hier wandelst du immer auf mindestens 4.500m. Einen 6000er zu besteigen, ist folglich ein sehr realistisches Unterfangen.

 

Changthang: Hochplateau der Nomaden

Ladakh_Changthang_Spot

Der Changthang ist die Region im Süd-Osten Ladakhs an der Grenze zu Tibet

 

Eigentlich ist die Region Changthang nicht nur auf ladakhischen Boden beschränkt, sondern zieht sich vom Nordwesten Tibets über die Grenze bis nach Ladakh. In seiner Gesamtausdehnung von Ost nach West erstreckt es sich über 1.500km. In Ladakh wie auch in Tibet ist es eine nur sehr wenig bewohnte Region – zählt es doch auch zu einer der unwirtlichsten Regionen der Welt. Nur die zähesten Menschen können hier überleben, denn immerhin wächst hier oben kaum noch etwas und während der Wintermonate kann es schon auch mal weniger als minus 30 Grad Celsius haben. Und zu denen zählen die Nomaden Ladakhs & Tibets mit ihren Yak-, Schaf- und Ziegenherden.

Dafür zählt die Region zu einer der schönsten mit tiefblauen oder smaragdgrün- und türkisschimmernden Hochgebirgsseen – die drei bedeutendsten sind der Pangong Tso, Tsokar und Tsomororiri. UND Bergen, die zum Bergsteigen einladen. 6000er wirken wie knapp 2.000m hohe Berge in den Alpen, befindet man sich doch bereits an derem Fuß auf mindestens 4.500m Seehöhe!

 

Das schöne Changthang
Schau dir auch unsere Fotogalerien an – wir haben besonders viele schöne Aufnahmen aus dieser Region online. Zu den Fotos

 

Ladakh-Chamser-Lungser

Blick auf den Tsomoriri-See und die beiden Bergriesen Chamser und Lungser. Foto: Harald Schaffer

 

Bergsteigen im Changthang: Chamser, Lungser, Mentok und andere Kangris

Die Anzahl der Sechstausender insbesondere um den Tsomoriri-See lassen das Herz eines Bergsteigers höher schlagen. Die Kangris (Kangri = Schneeberg), die hier am höchsten sind und auch gleich herausstechen sind Chamser und Lungser Kangri.

 

Lungser Kangri 6.666m

Der Berg mit der „teuflischen“ Höhe von 6.666m liegt am Ostufer des Tsomoririr. Er ist der höchste der Berge in dieser Kette. Trotz seiner Höhe zählt er zu den technisch einfacheren Gipfeln Ladakhs. Das übliche Basislager liegt auf etwa 5.000m, das 1. Hochlager wird meist auf 6.100m, ein mögliches zweites Lager auf 6.250m nahe eines kleinen Sees aufgebaut.

Chamser Kangri 6.620m

Chamser Kangri ist der etwas kleinere Bruder des Lungser Kangri. Beide haben sie das gleiche Basislager auf etwa 5.000m. (Das kann übrigens gut in einem Tag vom Dorf Korzok am Tsomoriri erreicht werden). Das erste Hochlager wird auf einem Plateau auf ca. 5.650m aufgebaut und das zweite kann auf etwa 6.100m verlegt werden.

Chamser Lungser

Die beiden Riesen der Region: Chamser (6620m) & Lungser (6666m)

 

Die Blumenberge

Mentok I, II, III und mehr

Mentok heißt übersetzt so viel wie Blume – wie die Berge und auch die gleichnamige Bergkette zu diesem Namen kommen, erscheint uns ob des generellen Blumenmangels der Region etwas fraglich. Die 6000er aber, die schießen hier wir „Unkraut aus dem Boden“ 😉

Die Mentok-Bergkette verläuft vom westlichen Ufer des Tsomoriri in Richtung Nordwesten. Auch hier sind die meisten Berge technisch nicht schwierig. Gute Zugänge zu mehreren Sechstausendern gibt es um Gyama herum (5.200m). Einige können aber auch vom Manechan-Tal aus bestiegen werden.

mentok-berge

Ein paar der vielen 6000er der Mentok-Bergkette

Gya-Berge auf dem Weg nach Spiti

Auf dem Weg nach Spiti und auch zur Grenze nach Tibet verläuft südlich des Tsomoriri eine weitere Gebirgskette mit vielen Gipfeln über 6.500m. Der Prominenteste unter ihnen war lange Zeit unbekannt. Gya Peak mit 6.794m liegt direkt an der Grenze zwischen Ladakh, Spiti und Tibet. Lange Zeit war er unbestiegen. Inzwischen ist er jedoch bestiegen worden.

gya-range

Die Gebirgskette südlich des Tsomoriri mit dem höchsten Gipfel Gya

 

6000eroverview

Überblick über die Region

Liste der Berge, die in dieser Region über 6000m hoch sind

  • Gya Peak (6.794m) – südlich vom Tsomoriri
  • Lungser Kangri (6.666m)
  • Chamser Kangri (6.620m)
  • Chalung Kangri (6.545m) – in der Lungser-Kette
  • Polokongka (6.390m) – Gebirgskette östlich des Tsokar
  • Spangnak Ri (6.390m) – nördlich des Tsomoriri
  • Unnamed (6.347m) – Gebirgskette östlich des Tsokar
  • Namsang Peak (6.280m) – in der Lungser-Kette
  • Mentok Pyramide (6.280m)
  • Mentok I (6.270m)
  • Lanyar Peak (6.254m)
  • Mentok III (6.240m)
  • Kharpa Ri (6.234m)
  • Unnamed in Mentok-Range (6.230m)
  • Mentok II (6.180m)
  • Unnamed in Mentok-Range (6.138m)
  • Unnamed in Mentok-Range (6.110m)
  • Unnamed in Mentok-Range (6.090m)
  • Unnamed in Mentok-Range (6.090m)
  • Yalong Nyau Ri Süd (6.080m)
  • Yalong Nyau Ri Nord (6.060m)
  • … die Liste ist unvollständig und könnte noch lange fortgesetzt werden

 

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Abstieg vom Mentok II. Foto: Barbara Esser

 

Achtung: Für alle Gipfel über 6.000m wird eine Permit der IMF (Indian Mountaineering Foundation) benötigt und sie unterliegen gewissen Restriktionen. Darüber hinaus gibt es nicht für alle Gipfel Permits.

 

Akklimatisierung im Vorfeld

Der Changthang eignet sich im Vorfeld ideal für Trekkingtouren, die der Akklimatisierung im Vorfeld sehr dienlich sind. Je nachdem wie viel Zeit einem zur Verfügung steht, kann man ausgehend von anderen Regionen (Markha, Zanskar …) auch gut und gerne über 14 Tage zu Fuß unterwegs sein.

 

Ein paar unserer Expeditionen

Da ist natürlich mehr möglich. Das ist nur eine kleine Auswahl. Wenn du einen anderen Gipfel im Visier hast, schreib uns einfach: daniela@gesar-travel.com oder tashi@gesar-travel.com

Tsomoriri

Sechstausender-Doppelpack
Expedition: Zwei 6000er
Manche kriegen nie genug – nur ein 6000er? Da wirst du erst richtig warm? Wenn es dir genau so ergeht, dann ist das DIE Expedition für dich. Bei dieser Reise besteigst du gleich zwei 6.000er in der Mentok-Kette.

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(c) Barbara Esser

Stok Kangri in 2 Wochen
Expedition auf einen 6000er
Diese Tour bereitet in nur kurzer Zeit mit aufbauenden Wanderungen und einer kurzen Trekkingtour im Vorfeld ideal auf die Besteigung des Stok Kangri vor.

fordernd


(c) Markus Brixle

Der Himmel der Nomaden
Trekking & Expedition im Changthang
Diese Tour bringt dich hoch hinaus: Die 9-tägige Trekkingtour führt über das tibetische Hochplateau. Und dann geht es auch noch auf einen 6.000er.

mittel – fordernd


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Zanskar für Himmelstürmer
Anspruchsvolles Trekking und Expedition
Die Trekkingtour vom Kiupa La via Dibling nach Kanji ist nichts für Trekkinganfänger. Fordernde Wasserdurchquerungen und lange Etappen durch menschenleere Gegenden. Die Besteigung des 6.030m hohen Tsomothang macht die Tour für Bergfreaks ideal.

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spacerViele Bergsteiger wollen einmal hoch hinaus. Nachdem die Alpen über eine gewisse Höhe nicht hinauskommen, bieten sich da natürlich die Berge des Himalaya an. Als idealer Einstiegsberg gilt hier der Stok Kangri mit 6.154m, der auch von technisch weniger versierten gut erreicht werden kann. Trotzdem sollte man ihn nicht unterschätzen …

 

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Der Stok Kangri ist technisch zwar einfach, aber die Höhe macht einem zu schaffen.

 

Facts über den Stok Kangri

Schwierigkeit: technisch zählt er eher zu den einfacheren Gipfeln – dennoch ein 6000er ist schon allein aufgrund seiner Höhe eine Herausforderung für den Körper und darf daher nicht unterschätzt werden. Eine gute Höhenanpassung im Vorfeld ist unumgänglich.

Kenntnisse zur Besteigung: Trittsicherheit, Kenntnisse im Umgang mit Steigeisen und Pickel, Schwindelfreiheit. Im durchweg steilen Gelände muss man einen ausgesetzten Grad übersetzen und klettert teilweise über loses Gestein. Für die letzten 100 m unter dem Gipfel ist besondere Vorsicht geboten, da ein steiler Eisaufschwung durchquert werden muss.

Höhe: 6.154m (die offizielle Höhe, wobei es auch viele Quellen gibt, die ihn ab 6.120m auszeichnen; aber anz ehrlich: auf Google Earth kommt man nicht mal auf 6.120m, sondern nur 6.060m 😉 )

Lage: Ladakh, Industal, Teil der Stok-Kette, leicht von Leh aus zu erreichen

Dauer einer Besteigung: Meist in 3-4 Tagen (abhängig von Kondition und Akklimatisierung). Er lässt sich sehr gut mit Trekkingtouren unterschiedlicher Länge im Hemis Nationalpark verbinden, was der Höhenanpassung zuträglich ist.

Beste Besteiungszeit: Juni-Ende September (immer abhänig von Witterung)

Achtung Permit: Für den Stok Kangri hast Du ein gültiges Permit der Indian Mountaineering Foundation vorzuweisen. Das bekommst Du jedoch einfach in Leh oder inzwischen sogar auch im Basislager. Kosten derzeit: ca. 30 EUR/Person.

 

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Route Besteigung Stok Kangri (6.154m) ab Basislager

 

Ablauf Besteigung in 4 Tagen

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Tag 1: Stok-Smankarmo

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Höhenprofil (anklicken für vergrößerte Ansicht)

Fahrt von Leh ins gut 15km entfernte Stok (Fahrtdauer ca. 30 min). Stok ist gleichzeitig auch Sitz der Königsfamilie von Ladakh (die de facto aber keine Macht mehr hat). Es bietet sich an diesem Palast einen kurzen Besuch abzustatten. Am Ende des Dorfes befindet sich der Ausgangspunkt der Tour. Entlang eines Gletscherbaches wandert man gemächlich bergauf. Nach einer Weile heißt es einen kleinen, jedoch steilen Pass zu überwinden. Es geht vorbei an beeindruckenden Felsformationen durch das Stok-Tal. Es geht wieder bergab zum Bach, dem wir bis zum Nachtlager Smankarmo folgen. Smankarmo dient den Menschen von Stok als Sommerweide.  Die maximale Steiung an diesem Tag beträgt ca. 40 %, durchschittlich sind es aber nur etwas über 10 %. Distanz: ca. 9 km. Gehzeit: ca. 4-5 Stunden. Höhe des Camps: knapp unter 4.400m. Höhendifferenz: +900/-125m.

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Auf dem Weg zum Stok Kangri. Foto: Josef Reifenauer

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Der Weg nach Smankarmo führt über einen kleinen Pass. Foto: Josef Reifenauer

Tag 2: Smankarmo-Basislager

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Höhenprofil (anklicken für vergrößerte Ansicht)

Der heutige Tag ist kurz. Wir verlassen den Zeltplatz und sagen „Julley“ zu den Hirten der Alm von Stok. Es geht bergauf zum Hochtal, vorbei an weiteren Steinhütten der Hirten von Stok. Der Weg wird steiler, doch nach gut 3 Stunden haben wir das Basislager knapp unter 5.000m erreicht. Wir sehen auf den Gletscher des Golep Kangri, des kleineren Bruders des Stok Kangri, der sich ebenfalls über Besteigungen freut. Ebenso kann man hinab ins Industal und seinen grünen Oasen sehen. Zur besseren Höhenanpassung für den kommenden Tag empfiehlt sich ein weiterer Höhenanstieg und Abstieg vor der kurzen Nachtruhe. Max. Steigung: 44 %, durchschnittlich jedoch  18%. Gehzeit: ca. 3 Stunden. Höhendifferenz: +623m/-23,3m. Schlafhöhe: 4.970m

 

Tag 3: Besteigung des Stok Kangri

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Höhenprofil (anklicken für vergrößerte Ansicht)

Die Nacht ist kurz, denn wir brechen zur Besteigung bereits in den Nachtstunden – meist um ca. 2 Uhr morgens auf. Bei klarem Himmel und gutem Mond ist auch ohne Kopflampe der Weg gut zu sehen. Es geht auch gleich zu Beginn etwas steil los. Man quert einen Pass und steigt über Geröllfelder stetig an bis man zum Advanced Basecamp (ABC auf 5.300m) kommt. Danach ist ein flacher Gletscher zu queren. Meist wird hier kein Seil benötigt, da es kaum Spalten gibt, allerdings kann es notwendig sein, nun auf Steigeisen zu gehen. Schließlich erreichen wir den langen Gipfelhang. Wir steigen steil auf, bis auf etwa 5.700m und zweigen in Richtung Gipfelgrat ab. Wir folgen dem Grat über mehrere kurze Steilstufen und erreichen nun den Stok Kangri auf 6.154m (oder darunter 😉 ). Der Anstieg wird gegebenenfalls mit Seil und Steigeisen gegangen. Bei guter Sicht eröffnet sich vom Gipfel ein Rundumblick auf die Berge der Stok-, Ladakh- und Zanskarkette und auch Gipfel des Karakorum im Norden. Nach einer Rast geht es über den selben Weg wieder zurück ins Basislager. Gehzeit: 10-12 Stunden. Max. Steigung: 84%, durchschnittlich 23,5%. Höhendifferenz: +1.130m/-55m.

 

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Sonnenaufgang auf dem Weg zum Stok Kangri

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Die Rundumsicht auf die umliegenden Berge vom Stok Kangri aus, entschädigt für die Strapazen des Aufstiegs.

 

Tag 4: Retour nach Stok

Über den selben Weg wie bergauf geht es nun wieder bergab und nach der Rückkunft in Leh kann der Erfolg (bei einer Flasche Godfather oder Kingfisher?) gefeiert werden.

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Ein letzter Blick auf den Stok Kangri bevor es wieder zurück nach Leh geht.

 

Ein paar unserer Expeditionen

Da ist natürlich mehr möglich. Das ist nur eine kleine Auswahl. Wenn du einen anderen Gipfel im Visier hast, schreib uns einfach: daniela@gesar-travel.com oder tashi@gesar-travel.com

Tsomoriri

Sechstausender-Doppelpack
Expedition: Zwei 6000er
Manche kriegen nie genug – nur ein 6000er? Da wirst du erst richtig warm? Wenn es dir genau so ergeht, dann ist das DIE Expedition für dich. Bei dieser Reise besteigst du gleich zwei 6.000er in der Mentok-Kette.

fordernd


(c) Barbara Esser

Stok Kangri in 2 Wochen
Expedition auf einen 6000er
Diese Tour bereitet in nur kurzer Zeit mit aufbauenden Wanderungen und einer kurzen Trekkingtour im Vorfeld ideal auf die Besteigung des Stok Kangri vor.

fordernd


(c) Markus Brixle

Der Himmel der Nomaden
Trekking & Expedition im Changthang
Diese Tour bringt dich hoch hinaus: Die 9-tägige Trekkingtour führt über das tibetische Hochplateau. Und dann geht es auch noch auf einen 6.000er.

mittel – fordernd


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Zanskar für Himmelstürmer
Anspruchsvolles Trekking und Expedition
Die Trekkingtour vom Kiupa La via Dibling nach Kanji ist nichts für Trekkinganfänger. Fordernde Wasserdurchquerungen und lange Etappen durch menschenleere Gegenden. Die Besteigung des 6.030m hohen Tsomothang macht die Tour für Bergfreaks ideal.

schwer


 




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Bergsteigen im Himalaya?

Da denken viele gleich automatisch an Nepal. Und ja, dort ist man auch schon viel länger mit der Materie vertraut, der Bergsteigertourismus hat dort eine wesentlich längere Tradition.
Und noch etwas spricht macht die Unternehmung Expedition im indischen Teil des Himalaya ein wenig kompliziert: die Inder sind ziemliche Bürokraten, auch was das Bergsteigen angeht. Trotzdem – es ist ein Erlebnis für sich, auch wenn Indien nur einen 8.000er hat (Khanchendzonga – siehe Beitragsbild oben) und man somit „nur“ mit 6.000ern und 7.000ern vorlieb nehmen muss. Und wenn man es richtig angeht, kann man auch offiziell und legal einige davon besteigen.

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1. Regionale Unterschiede beachten

Es kommt immer darauf an, wo man Berge besteigen will. Die Regelungen sind für Ladakh andere als für Himachal, Uttarakhand und Sikkim. In Ladakh ist es einfacher als in Sikkim und die Prozedere für eine Permit sehr unterschiedlich. Bspw. kann man für viele Gipfel in Ladakh die Permit direkt in Ladakh bekommen (über eine registrierte Agentur),  für Sikkim und Uttarakhand muss dies allerdings über das IMF (Indian Mountaineering Foundation) Headquarter in Delhi passieren.

Dann muss man sich auch noch überlegen, wo genau der angestrebte Berg liegt. Liegt er in einer Grenzregion, so können die Auflagen dafür etwas kompliziert sein. Bspw. sind Gipfel im Karakorum in Nubra (Norden Ladakhs) nur unter erschwerten Bedingungen möglich (es muss sich um eine internationale Expedition handeln und eine teilnehmende Nation muss Indien sein!).

Bergsteigen Ladakh

Auf dem Weg zum Stok Kangri (c) Josef Reifenauer

 

2. Höhe beachten

Gipfel bis 6.000er Meter stellen meist kein Problem dar und dürfen ohne Erlaubnis der IMF (Indian Mountaineering Foundation) bestiegen werden. Dann gibt es die sogenannten Trekking Peaks, die technisch relativ einfach sind, für die man trotzdem eine Permit benötigt, diese aber relativ günstig und einfach zu bekommen ist. Leider fallen in Ladakh kaum noch Gipfel in die Kategorie Trekking Peak – auf der Homepage des IMF ist nur noch der Stok Kangri angeführt. Trotzdem sind bspw. Permits für die Region Nimaling (Kangyatse Nordschulter, Regoni Mallai Ri, Dzo Jongo etc.) noch relativ leicht zu bekommen.

Weiters gibt es Open Peaks und solche, die generell gesperrt sind. Und da wird es dann etwas komplexer. Erstens sind die Regelungen komplizierter, sobald die 6.400er-Marke überschritten wird und die Permits bekommt man nur noch relativ teuer und nicht mehr regional vor Ort in Ladakh, sondern muss über Delhi beantragt werden. Zweitens muss bei Gipfel, die nicht in die Kategorie Trekking Peak fallen, offiziell ein Liasion Officer des IMF als Begleitperson mitgehen. Und für den müssen die Kosten natürlich auch getragen werden. Diese Regelung ist relativ neu und ruft ziemlichen Unmut bei lokalen Agenturen in Leh hervor, was durchaus verständlich und nachvollziehbar ist, ist dies ja durchaus geschäftsschädigend und dem Bergtourismus nicht gerade zuträglich. Daher kann es hier auch bald Änderungen geben.

Berge Ladakh

Berge im Changthang (c) Josef Reienauer

 

3. Ohne Permit ganz hoch rauf?

Klar, gibt es viele, die sich einfach auf den Weg machen und ohne Permit diverse Berge besteigen … In den meisten Fällen wird auch nicht viel passieren, denn die Bergwelt ist groß und nicht überall kann kontrolliert werden. Nur wird das nicht gerade für Regionen angeraten, wo permanente Check-Posts sind bzw. Offiziere zur Kontrolle unterwegs. Auch kann man bei weniger begangenen Bergen das Pech haben, dass gerade eine Expedition mit Liasion Officer unterwegs ist und man deswegen kontrolliert wird. Die Konsequenzen können unterschiedlich sein, das hängt auch viel davon ab, an wen man gerät und wie man selbst reagiert.spacer

4. Am Laufenden bleiben

Änderungen gibt es beim IMF laufend. Dh da sollte man sich immer aufs Neue informieren, wie sich die Dinge gerade entwickeln. Ein Beispiel: Lange Zeit waren die Gipfel Chamser und Lungser am Tsomoriri-See mit Permit offene Gipfel. Doch seit das Batallion, das unterhalb der Gipfel stationiert ist, gewechselt hat, und die Führung desselben spionierende Bergstürmer befürchtet, wurden diese kurzerhand gesperrt. Wir warten noch immer auf eine Öffnung und irgendwann wird diese auch wieder kommen. Bis dahin heißt es, die Entwicklung einfach abzuwarten.

Wirf einen Blick auf die Homepage des IMF – dort findest Du eine Liste der Open Peaks. Allerdings ist sie teilweise verwirrend und gerade die Bestimmungen betreffend der Permit-Beantragung etwas unverständlich, denn „amtsdeutsch“ gibt es auch in Indien 😉

Kangyatse

Der Kangyatse in der Nimaling-Region

 

Ein paar unserer Expeditionen

Da ist natürlich mehr möglich. Das ist nur eine kleine Auswahl. Wenn du einen anderen Gipfel im Visier hast, schreib uns einfach: daniela@gesar-travel.com oder tashi@gesar-travel.com

Tsomoriri

Sechstausender-Doppelpack
Expedition: Zwei 6000er
Manche kriegen nie genug – nur ein 6000er? Da wirst du erst richtig warm? Wenn es dir genau so ergeht, dann ist das DIE Expedition für dich. Bei dieser Reise besteigst du gleich zwei 6.000er in der Mentok-Kette.

fordernd


(c) Barbara Esser

Stok Kangri in 2 Wochen
Expedition auf einen 6000er
Diese Tour bereitet in nur kurzer Zeit mit aufbauenden Wanderungen und einer kurzen Trekkingtour im Vorfeld ideal auf die Besteigung des Stok Kangri vor.

fordernd


(c) Markus Brixle

Der Himmel der Nomaden
Trekking & Expedition im Changthang
Diese Tour bringt dich hoch hinaus: Die 9-tägige Trekkingtour führt über das tibetische Hochplateau. Und dann geht es auch noch auf einen 6.000er.

mittel – fordernd


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Zanskar für Himmelstürmer
Anspruchsvolles Trekking und Expedition
Die Trekkingtour vom Kiupa La via Dibling nach Kanji ist nichts für Trekkinganfänger. Fordernde Wasserdurchquerungen und lange Etappen durch menschenleere Gegenden. Die Besteigung des 6.030m hohen Tsomothang macht die Tour für Bergfreaks ideal.

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