Reisen wie ein Profi

Mach dir Delhi Untertan

von Debashree Chatterjee


In einer Stadt, die so groß, vielfältig und lebendig ist wie Delhi, hat man oft das Gefühl, die gesamte Bevölkerung der Stadt reist zur gleichen Zeit und irgendwie scheint jeder den gleichen Weg wie du und ich zu haben. Deswegen fällt es Delhi oft schwer bei seinen Gästen einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Und das wiederum führt dazu, dass viele Touristen die verborgene Schönheit der Stadt erst gar nicht entdecken.

Das endlose Verkehrsaufkommen, das ununterbrochene Huporchester und Hunderte von geschäftigen Geschöpfen, die zickzack durch die Gegend sausen, machen es einem schwer den Kopf in all dem Chaos klar zu halten. Aber keine Angst … sogar in diesem Chaos gibt es so etwas wie eine Ordnung (oder ich glaube ganz einfach daran, weil ich Delhi so sehr verfallen bin).

 

Mit den vielen verfügbaren Transportmöglichkeiten ist es kein großes Problem, sich in der Stadt fortzubewegen, auch wenn es nicht immer ein Kinderspiel ist. Es spielt keine Rolle, ob man Tourist, Reisender, Nomade oder Einheimischer ist. Man sollte mit dem Wissen über die verfügbaren Transportmöglichkeiten vertraut sein und offen dafür sein spontan und situationsbezogen Entscheidungen zu treffen.

Hier erzähle ich dir, welche Verkehrsmittel ich täglich benutze (je nachdem, in welchen Teil der Stadt ich fahre). Also halte dich bereit und lass dich mit einer Fülle von Transportinformationen, einer gefüllten Geldtasche und einem Stadtplan in deiner Tasche von Delhi umwerben, verführen und verzaubern.

 

METRO (U-Bahn)

Klick auf das Bild für eine größere (und druckbare) Version des U-Bahn-Plans

Effizient und schnell ist die U-Bahn ein einfaches Fortbewegungsmittel und ein Segen für die Millionenstadt. Die Metro ist ein Schnellbahnsystem, das Delhi und seine Satellitenstädte Ghaziabad, Faridabad, Gurgaon, Noida, Bahadurgarh und Ballabhgarh bedient. Mit rund 10 Linien, die fast die gesamte Länge und Breite der indischen Hauptstadt abdecken, ist die Metro auch eines der sichersten Verkehrsmittel. Eine Anmerkung für weibliche Reisende: Der erste Waggon jedes Zuges ist nur für Frauen reserviert, der Rest sowohl für Männer als auch für Frauen. Das klimatisierte und saubere U-Bahn-Netz gleicht einem Spinnennetz. Ich empfehle dir immer eine U-Bahn-Karte griffbereit zu halten oder die U-Bahn-App für Delhi herunterzuladen. Noch ein Hinweis… mit einem durchschnittlichen täglichen Fahreraufkommen von 4,7 Millionen kann ich dir nur schwerstens empfehlen, die Rush Hour zu meiden!

 

RICKSCHA

Auto-Rikscha

Die Einheimischen nennen diese Rickschas „Autos“

Autos (motorisierte Rickschas) sind billiger als Taxis und app-basierte Taxis und mein bevorzugtes Transportmittel. Ich nutze sie für fast alle meine Weg. Diese dreirädrigen Vehikel sind kleiner als Autos und können den Verkehr weitaus reibungsloser bewältigen als die anderen. Drei Passagiere passen bequem hinein. Diese grün-gelben, teilweise geschlossenen „Könige der Bequemlichkeit“ kann man an fast jeder Straßenecke vor der Tür finden und herbeiwinken. An Märkten und Sehenswürdigkeiten sind sie massig zu finden. Sie sind mit Tarifmetern ausgestattet und du solltest darauf bestehen, dass du entsprechend der Tarifmeter bezahlst. Gegen einen ausverhandelten Aufpreis kannst du „dein“ Auto auch auf für die Rückfahrt auf dich warten lassen. Achtung jedoch für ausländische Gäste: Wenn man die Fahrtstrecke nicht kennt und mit Tarifmeter fährt, läuft man Gefahr, dass der Fahrer extralange Umwege nimmt, um den Fahrtpreis nach oben zu drücken. Alternativ kann man – aber nur wenn man gut im Handeln ist – sich auf einen Preis vor der Abfahrt einigen. Beachte, dass du immer immer eine fiktive „Ausländersteuer“ bezahlen wirst.

Rad-Rickscha

Die Fahrradrikscha ist eine kostengünstige Art kurze Strecken zu fahren. Es geht hier allerdings mehr um eine besondere Erfahrung als um Bequemlichkeit. In bestimmten Stadtteilen sind diese Art von Rikschas aus dem Verkehr gezogen, aber wo sie erlaubt sind ist dieses Verkehrsmittel definitiv das günstigste Fortbewegungsmittel. Da das Fahrzeug jedoch fast vollständig geöffnet ist, ist es in den heißen Sommermonaten nicht unbedingt ideal. Für manche Stadtteile (besonders in Old Delhi) ist es sogar die beste Wahl, da man damit am besten durch die überlasteten engen Straßen kommt.

 

APP-BASIERTE TAXIS

Ja, Uber gibt es auch in Delhi, es ist unglaublich günstig und sowohl unter Einheimischen als auch Touristen ein großer Hit.  Ich zahle normal in bar (in Rupien) an den Fahrer am Ende der Fahrt, aber du kannst auch direkt über die Uber App zahlen. Uber ist für mich ein Lebensretter, besonders während der Hitzemonate, an kalten Wintertagen und spät in der Nacht.

Es gibt noch eine App-basierte Transportmöglichkeit – OLA – , die sich wie Uber in Delhi großer Beliebtheit erfreut.

 

MIETAUTOS (MIT FAHRER)

Mietautos mit Fahrer sind eine sehr praktikable Option für Reisen, insbesondere wenn man nicht viel Zeit zur Verfügung hat. Normalerweise bucht man sie im Vorhinein über ein Hotel, Gästehaus oder Reisebüro. Die Preise sind zwar nicht so budgetfreundlich, können aber im Voraus ausgehandelt werden und sind trotz allem leistbar. Gerade wenn du nicht allein unterwegs bist, ist dies meiner Meinung nach eine der unkompliziertesten und bequemsten Arten in Delhi zu reisen.

 

FUNKTAXIS

Es gibt mittlerweile eine große Auswahl an Funktaxis in der Stadt: beispielsweise Meru Cab, Easy Cab, Mega Cab. Vom Flughafen in die Stadt nehme ich immer eines, da die Betreiber kleine Stände direkt vor dem Ausgang haben an denen man schnell und bequem buchen kann. Für Fahrten innerhalb der Stadt kommen sie allerdings etwas teurer, wenn man sie mit den anderen verfügbaren Transportmöglichkeiten vergleicht. Ein zusätzlicher Nachteil dieser Funktaxis ist es, dass man eine lokale Handynummer braucht, um zu buchen, was für Touristen widerum etwas unpraktisch ist. (Ausnahme: Am Flughafen, wo man direkt an den Ständen buchen kann.)

 

TAXIS

Dies ist eine weitere Möglichkeit sich in Delhi fortzubewegen. Ich empfehle Taxis jedoch nicht, da ich sie auch selbst nicht nutze, weil sie immer viel mehr verlangen als sie sollten und Touristen mit einer Vorliebe versuchen abzuzocken.

 

BUSSE DER DELHI TRANSPORT CORPORATION

 

Öffentliche Busse sind leicht verfügbar und es gibt viele von ihnen. Ich persönlich benutze sie jedoch trotzdem nicht und würde sie auch nicht empfehlen, da sie zum einen fast immer extrem voll sind und zum anderen die meisten Orte, die man besuchen möchte, viel bequemer mit Auto-Rickschas und App-basierten Taxis zu erreichen sind. Anmerkung für Frauen: Die öffentlichen Busse sind beliebte Aufenthaltsorte für passionierte Grabscher (eben weil sie fast immer sehr voll sind)!

 

HoHo BUSSE

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Wie in jeder größeren Stadt der Welt gibt es auch in Delhi Hop-On / Hop-Off-Busse (HoHo). Mit den über die ganze Stadt verstreuten historischen Stätten und Touristenattraktionen helfen dir die HoHo-Busse dabei, dich in deinem eigenen Tempo und auf kostengünstige Weise fortzubewegen. Mit den HoHo-Busse hast du die Möglichkeit mehr als 25 Touristenattraktionen je nach deiner Wahl mit einer 1-Tages- oder 2-Tageskarte zu besichtigen. Da Delhi jedoch so groß und etwas unübersichtlich ist, braucht es eine gute Planung, um möglichst effizient einzelne Stätten abzuklappern. Sonst wird es schnell hektisch und zeitaufwändig.

 

Anmerkung: Wenn du auf Fahrten mit einem Transportmittel (welcher Art auch immer) Probleme hast und dich beschweren möchtest, kann du dich an die 24-Stunden-Hotline der Delhi Traffic Police unter der Nummer 1095 wenden.

 

(Titelbild: Shutterstock / Nikhlesh Kumar Singh)