||Geographie||

Links zu halbwegs brauchbaren Landkarten (leider gibt es nicht viele - schon gar nicht online). Bitte unbedingt beachten, dass viele gerade in Bezug auf die Grenzen zu Pakistan und China nicht unbedingt korrekt sind, das ergibt sich daraus, dass einige älteren Datums sind, und dass einige Gebiete von zumindest zwei Parteien beansprucht werden:

http://www.tibetfocus.com/_photo/karte_ladakh.jpg
http://www.anoko.com/ladakh/ladakhMap01.jpg
http://www.tibet.freeserve.co.uk/ladakh-map.jpg
http://www.koausa.org/Ladakh/kargil_map.jpg
http://www.koausa.org/Nature/Kashmir_map.jpg

||Fakten||

Fläche: 96,000 qkm
Hauptstadt: Leh
Bevölkerung: 200,000
Religion: 50% Buddhisten, 45% Muslim (hauptsächlich im Kargil-Distrikt), 5% andere Religionen

La dvags oder vereinfacht Ladakh, das "Land der hohen Pässe" wie es in der Übersetzung heißt, liegt geographisch im Transhimalaya-Gebiet des tibetischen Plateaus. In Höhen zwischen fünf bis über 7000 Meter erstrecken sich von Südost nach Nordwest die Gebirgsketten des westlichen Himalaya und des Karakorums am Südrand des großen innerasiatischen Hochgebirgsblocks. Strategisch gesehen besitzt Ladakh eine äußerst wichtige Position. Im Nordosten grenzt es an China, im Nordwesten an Pakistan, im Westen an Kaschmir und im Süden an die indischen Provinzen von Himachal Pradesh und Punjab.

||Klima||

Ladakh zeichnet sich klimatisch durch ein halbwüstenhaftes Klima aus, das von extremer Kälte und Hitze geprägt ist. Kurze und heiße Sommer werden abgelöst durch lange und extrem kalte Winter mit Temperaturen bis unter die -30 Grad Celsius Marke. Der Monsun wird durch den Himalaya abgehalten auch nach Ladakh zu ziehen. Deswegen verzeichnet Ladakh auch nur sehr geringe Niederschläge und ist sehr trocken. Dennoch zählt das Schmelzwasser des im Winter gefallenen Schnees auf den Bergen als auch der Gletscher zur wichtigsten Quelle zur Bewässerung der Felder.

Temperaturen in Ladakh während der touristischen Saison (Juni-September):

Leh: mind. Temperatur: 5° C
max. Temp. 35° C

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||Politische Gliederung||

Ladakh war bis ins 19. Jahrhundert über fast tausend Jahre ein unabhängiges Königreich. 1846 wurde es mit der Unterwerfung des Köngis von Ladakh unter den Dogra Maharaja von Jammu Raja Gulab Singh endgültig an Jammu angeschlossen und integraler Bestandteil von Kaschmir.

Bis zur indischen Unabhängigkeit Indiens setzte sich Ladakh aus den Distrikten Leh , Kargil und Skardu zusammen. Seit 1947, dh nach dem Abzug der Briten und der indischen Unabhängigkeit, ist Ladakh ein Distrikt des indischen Bundesstaates Jammu und Kashmir. Dieser Bundesstaat ist dreigeteilt in die Regionen Jammu, Kashmir und Ladakh. Ladakh selbst setzt sich wiederum aus den Distrikten Leh mit buddhistischer und Kargil mit muslimischer Mehrheit zusammen.

Aufgrund des minoritären Status innerhalb eines hauptsächlich islamischen Bundesstaates kämpft Ladakh seit langem dafür in ein Union Territory umgewandelt zu werden. Im Zuge dieser Bestrebungen wurde diversen Bevölkerungsgruppen ein Scheduled Tribe Status und Ladakh schließlich die Errichtung des Ladakh Autonomous Hill Developement Council (LAHDC) 1989 als Kompromiss zugestanden, was in gewissen Bereichen autonome Entscheidungen erlaubt.

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||Ökonomie||

Trotz der zahllosen Veränderungen lebt noch immer ein überwiegender Großteil der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Traditionell ist die ladakhische Ökonomie eine höchst effiziente beschriebene Subsistenzwirtschaft, in der fast alle zum Leben notwendigen Güter aus der Landwirtschaft und Viehzucht gewonnen werden.

Die Landwirtschaft kann aufgrund der außergewöhnlichen Sonneneinstrahlung und der Bewässerungsanlagen mit größtem Erfolg betrieben werden. Und das obwohl die Dörfer zwischen 3.000 und 4.000 Meter liegen. Angebaut wird hauptsächlich Gerste. In den etwas niedrigeren Regionen werden Obstbäume, wie Aprikosen-, Äpfel- und Nussbäume, gezogen. In den Gärten werden über die Sommermonate die meisten auch bei uns bekannten Gemüsesorten, wie Rüben, Kartoffeln, Karotten usw. angebaut.

Der Osten und Südosten Ladakhs, namentlich Chang-thang (byang thang) und Rupshu, wird von den als Chang-pa (byang pa) bezeichneten Nomaden bewohnt, die von der Schaf-, Ziegen- und Rinderhaltung leben. Zusätzlich finden sich in ganz Ladakh Yaks und Dzo (mdzo), das sind Kreuzungen zwischen weiblichen Yaks (bri) und männlichen Rindern. Durch diese Tiere sind Lebensmittel, wie Milch und Butter, als auch Materialien wie Wolle, Seile und Brennstoffe gesichert.

Neben der Landwirtschaft und Viehzucht kam traditionell besonders dem Handel eine große Bedeutung zu. Ladakh, an der Seidenstrasse gelegen und wichtiger Knotenpunkt verschiedener Handelsrouten Zentralasiens, unterhielt besonders mit Turkestan und Tibet eifrigen Handel. Nach 1962-63, in Folge der Grenzkriege mit China, kam der Handel in diese Gebiete zum Erliegen und beschränkt sich heute auf den innerindischen Handel, der jedoch durch Nichtladakhis dominiert wird. Die Ladakhis selbst beschränken sich seit dieser Zeit auf lokale Handelstätigkeiten.

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Heute sei insbesondere der Tourismus als wichtige Einnahmequelle vieler Ladakhis genannt. Seit der Öffnung Ladakhs für den Tourismus 1974 bestreiten immer mehr Ladakhis ihre Einkünfte im Geschäft mit den TouristInnen, wenngleich der Verkauf von Souvenirs und das Restaurantgewerbe für Touristen hauptsächlich von Kashmiris, Hindus und Tibetern betrieben wird.

Neben dem Tourismus muss man als neuere Einkunftsquelle von größerer Bedeutung auch das Militär erwähnen. Aufgrund der wichtigen strategischen Bedeutung Ladakhs zwischen China und Pakistan, mit denen Indien immer wieder Konflikte ausgetragen hat und austrägt, ist das Militär ständig präsent. Viele Ladakhis behaupten, dass es in Ladakh zahlenmäßig mehr Soldaten als Ladakhis gibt. Wenngleich dies eine Übertreibung sein mag, zeugt es doch von der immensen Präsenz des Militärs im Alltag der Ladakhis.

Heute geht nahezu aus jeder Familie mindestens ein Mitglied zum Militär und sichert dort sein Einkommen. Indirekt wird am Militär zB durch den Verkauf von Gemüse und den von den Militärs genutzten Dienstleistungen verdient. Des weiteren profitieren die Ladakhis insbesondere auch vom Ausbau der Infrastruktur durch das Militär.

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||Pflanzen und Tiere||

Trotz der extremen Bedingungen der ladakhischen Landschaft findet sich eine Vielzahl an Wildtieren. Weit verbreitet sind Gemsen, Antilopen, Wildziegen und Blauschafe. Als besonders interessant sind hier das Nyan, ein Wildschaf mit der Schulterhöhe eines Esels, das kleinere Shapo-Schaf und das Na, das Blauschaf zu nennen. Die Ibex-Antilope findet sich besonders in entlegenen Gebirgsstöcken und steilen Klippen hoch über dem Indus und in Zanskar. In den ladakhischen Hochebenen finden sich die Tibet-Antilope, die Gazelle und der Wildesel, der Kyang, der in großen Rudeln besonders im Changthang zu finden sind.

Seltener zu sehen sind verschiedenste Raubtiere, wie der Schwarze Bär, die Pallas-Katze und besonders der heimliche Herrscher des Himalaya der Schneeleopard. Häufiger allerdings sieht man Wölfe und Füchse.

Ladakh ist auch für Vogelliebhaber ein Paradies. Eine umfangreiche Liste mit sämtlichen bisher in Ladakh gesichteten Vögeln findet sich im Forum der Website von Gesar-Travel.

Auch die Pflanzenwelt ist trotz kargen Bedingungen nicht zu unterschätzen. Besonders entlang der Bäche und auf den Hochebenen findet man eine außerordentliche Blumenvielfalt. Butterblumen, Anemonen, Astern, Geranien, Disteln, Blaumohn, Edelweiss um nur einige zu nennen.

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